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U-Ausschuss: Rechtsmediziner Tsokos stellt Obduktion zu Pilnacek infrage

Redaktionelle Szene zum Thema „U-Ausschuss: Rechtsmediziner Tsokos stellt Obduktion zu Pilnacek infrage“

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Causa Christian Pilnacek hat der deutsche Rechtsmediziner Michael Tsokos die behördliche Obduktion des früheren Spitzenbeamten kritisch hinterfragt. Tsokos sagte am Donnerstag, aus seiner Sicht fehlten Befunde für die Diagnose Ertrinken. Am Nachmittag ist mit Christian Matzenauer der behördlich bestellte Gutachter geladen, danach geht der Ausschuss in die Sommerpause.

Tsokos war vom Buchautor und Ex-Politiker Peter Pilz als Privatgutachter beigezogen worden und hatte das amtliche Obduktionsgutachten analysiert. Vor den Abgeordneten erklärte er, seine Aufgabe sei es gewesen, „Fragen aufzuwerfen“, die aus seiner Sicht im Zuge der behördlichen Obduktion nicht gestellt worden seien. Politische Einflussnahme könne er nicht beurteilen; die Fragestellung sei weit von seinem Fachgebiet entfernt, sagte er sinngemäß.

Die Befragung der beiden Rechtsmediziner zeigt erneut, wie umstritten der Erkenntniswert dieser Aussagen im Ausschuss ist. Bereits am Mittwoch war mit Stefano Longato ein weiterer von Pilz beauftragter Gutachter geladen. Die NEOS stellten ihm keine Fragen. Fraktionschefin Sophie Wotschke hatte im Vorfeld argumentiert, Longato habe keinen Beitrag zum Untersuchungsgegenstand leisten können. Tsokos arbeite zwar ebenfalls als Privatgutachter, sei aber in Deutschland tätig, weshalb aus Sicht der Pinken noch weniger Anknüpfungspunkte für eine Befragung bestünden.

Im Zentrum des Ausschusses steht die Aufarbeitung der Umstände rund um Pilnaceks Tod und die behördliche Behandlung des Falls. Gerade bei den medizinischen Gutachten entzündet sich seit Wochen Streit darüber, welche Aussagen tatsächlich zur Klärung des Untersuchungsgegenstands beitragen und welche eher am Rande des politischen Mandats liegen. Mit Matzenauer ist nun jener Rechtsmediziner geladen, dessen Obduktionsgutachten Tsokos im Auftrag von Pilz analysiert hatte.

Die Sitzung am Donnerstag ist die letzte vor der Sommerpause. Danach wird der Ausschuss seine Arbeit erst später fortsetzen.

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