Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Causa Pilnacek: Hanger und Hafenecker ziehen gegensätzliche Bilanz zum U-Ausschuss

Redaktionelle Szene zum Thema „Causa Pilnacek: Hanger und Hafenecker ziehen gegensätzliche Bilanz zum U-Ausschuss“

ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger und FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker haben im Fernsehgespräch mit Armin Wolf eine scharfe Zwischenbilanz zum laufenden Untersuchungsausschuss im Fall Pilnacek gezogen. Während Hanger dem Ausschuss fehlenden Erkenntnisgewinn und keine Hinweise auf Fremdverschulden attestierte, hielt Hafenecker an offenen Fragen zu Abläufen und Ermittlungen fest.

Im Zentrum der Debatte stand zunächst die Rolle eines Rechtsmediziners, den Peter Pilz mit einem Privatgutachten beauftragt hatte. Der Experte habe weder den Leichnam noch Tatortfotos gesehen und binnen kurzer Zeit eine Ferndiagnose erstellt, sagte Wolf. Hafenecker wies den Vorwurf zurück und betonte, der Rechtsmediziner habe auf dem Obduktionsbericht aufgebaut. „Es gibt halt verschiedene Ansätze, was man aus diesen Verletzungen ableitet“, sagte er.

Hanger verwies darauf, dass im Verfahren bereits mehrere Gutachten vorgelegen hätten. Ein Ergänzungsgutachten habe nach seiner Darstellung erneut bestätigt, dass „kein Fremdverschulden vorliegt“ und „keine fremde Hand erkennbar ist“. Für ihn steht damit fest, dass der Ausschuss politisch aus seiner Sicht ins Leere laufe. Er sprach von einem „FPÖ-Steuergeldverschwendungsausschuss“ und einer „Farce“, weil es „überhaupt keinen Erkenntnisgewinn gibt seit Wochen“.

Der ÖVP-Fraktionsführer betonte zugleich, politische Einflussnahme sei „weit und breit“ nicht erkennbar. Verbesserungsbedarf sieht er nicht im Ausschuss selbst, sondern bei den Rahmenbedingungen für Ermittlungen. „Wir brauchen eine bessere Rechtsgrundlage für die Durchführung von Obduktionen. Man kann auch über das System der Gerichtsmediziner diskutieren“, sagte Hanger.

Hafenecker hielt dem entgegen, dass aus seiner Sicht zentrale Abläufe weiter klärungsbedürftig seien. Er stellte damit die Linie der FPÖ gegen jene der ÖVP, die den Ausschuss nach der bisherigen Beweisaufnahme für weitgehend erledigt hält. Der U-Ausschuss befasst sich mit dem Tod des früheren Justizsektionschefs Christian Pilnacek und der Frage, welche Rolle Behörden und politische Kontakte im Umfeld des Falls gespielt haben könnten.

Diesen Artikel teilen