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Pharmabranche warnt vor Preisdruck auf Europas Medikamentenmärkten

Redaktionelle Szene zum Thema „Pharmabranche warnt vor Preisdruck auf Europas Medikamentenmärkten“

Die europäische Pharmabranche warnt vor wachsendem Druck auf die Medikamentenpreise und fordert ein Umdenken bei der Preisbildung in Europa. Auslöser ist auch die neue Linie von US-Präsident Donald Trump, der die Arzneimittelpreise in den USA stärker an niedrigeren Niveaus im Ausland orientieren will. Für Konzerne steigt damit der Anreiz, neue Präparate in Europa später oder nur zurückhaltender auf den Markt zu bringen.

Im Kern geht es um ein bekanntes Dilemma: Europa will sich nach der Pandemie in der medizinischen Versorgung robuster aufstellen, hält aber in vielen Ländern an strikten Preisregeln fest. Wenn Unternehmen befürchten, dass europäische Preise als Referenz für den deutlich größeren US-Markt dienen könnten, verschiebt sich ihr Kalkül. Dann werden Märkte mit niedrigen Preisen für sie unattraktiver, obwohl gerade dort oft der frühe Zugang zu neuen Medikamenten politisch gewollt ist.

Industrie verweist auf Standort- und Versorgungseffekte

Branchenvertreter sehen darin nicht nur ein Problem für die Unternehmen, sondern auch für die Versorgung in Europa. Wenn sich Markteinführungen verzögern, könnten Patientinnen und Patienten länger auf neue Therapien warten. Gleichzeitig wächst nach Einschätzung der Industrie der Druck auf europäische Regierungen, für innovative Arzneien mehr zu bezahlen, um den Standort im globalen Wettbewerb nicht weiter zu schwächen.

Die Lage wird zusätzlich durch eine angespannte Marktlage in der Branche verschärft. Fusionen, Kürzungen und Sparzwänge setzen die Pharmakonzerne unter Druck. Dazu kommt die Konkurrenz aus China, die bei einzelnen Wirkstoffen bereits erheblich ist und den Kostendruck auf europäische Hersteller weiter erhöht.

Debatte über Versorgungssicherheit und Preise

Die Diskussion trifft einen sensiblen Punkt in der europäischen Industrie- und Gesundheitspolitik. Nach den Lieferengpässen der vergangenen Jahre hatten EU-Staaten und Kommission angekündigt, die Versorgung mit wichtigen Medikamenten widerstandsfähiger zu machen. Nun zeigt sich, dass Preisregeln und internationale Referenzmechanismen genau dieses Ziel erschweren können.

Für die Mitgliedstaaten wird damit die Balance zwischen Erschwinglichkeit und Innovationsanreiz schwieriger. Bleiben die Preise niedrig, drohen aus Sicht der Branche spätere Markteintritte und geringere Investitionen. Werden sie angehoben, steigen die Ausgaben der öffentlichen Gesundheitssysteme. Die Auseinandersetzung darüber dürfte in Europa deshalb weiter an Schärfe gewinnen.

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