Grazs Bürgermeisterin und KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr sieht sich vor der Wahl am 28. Juni in einer komfortablen Ausgangslage. In Umfragen gilt die 62-Jährige als klare Favoritin. Beim Kegeln sprach sie über den Umgang mit Niederlagen, ihre politische Herkunft und darüber, warum sie sich auch im Wahlkampf nicht verbiegen lassen will.
Kahr verbindet ihren politischen Stil seit Jahren mit Bodenständigkeit und Konfliktvermeidung. Das zeigt sich auch im Gespräch auf der Kegelbahn: Dort gehe es ums Spielen, nicht ums Tratschen, sagt sie sinngemäß. Der Satz passt zu ihrem Auftreten als Politikerin, die auf klare Worte setzt, ohne sich in Inszenierungen zu verlieren.
Die amtierende Bürgermeisterin steht seit 2021 an der Spitze der Stadt Graz und führt die Kommunisten als Spitzenkandidatin in einen Wahlkampf, der für die KPÖ weit über die Stadt hinaus beobachtet wird. In Graz hatte die Partei zuletzt ihren historischen Erfolg gefeiert und Kahr war zur ersten Bürgermeisterin einer österreichischen Landeshauptstadt geworden. Dass sie nun als Favoritin in den Urnengang geht, unterstreicht den politischen Ausnahmezustand rund um diese Wahl.
Im Gespräch rückt Kahr auch persönliche Eigenschaften in den Vordergrund, die ihr politisches Arbeiten prägen. Schon als Schulsprecherin habe sie gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mit Gegenwind umzugehen. Das Verlierenkönnen sei dabei ebenso wichtig wie das Gewinnen. Für eine Politikerin, die in Graz auf breite Bekanntheit und hohe Zustimmung baut, ist das mehr als eine Floskel: Es beschreibt einen Stil, der auf Verlässlichkeit statt auf Lautstärke setzt.
Die Wahl in Graz am 28. Juni gilt damit nicht nur als Abstimmung über die Stadtpolitik, sondern auch als Gradmesser dafür, ob der Kurs von Kahr und der KPÖ bestätigt wird. Für die anderen Parteien bleibt vor allem die Frage, ob sich die Favoritin noch einholen lässt. Viel deutet derzeit nicht darauf hin.









