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Verdacht auf Krebs: Grazer Patienten warten monatelang auf Diagnostik

Redaktionelle Szene zum Thema „Verdacht auf Krebs: Grazer Patienten warten monatelang auf Diagnostik“

In Graz müssen Patienten ohne Zusatzversicherung nach Angaben eines Hausarztes teils monatelang auf wichtige Untersuchungen warten, selbst wenn ein Verdacht auf Krebs besteht. Zwei Fälle aus seiner Ordination zeigen, wie sehr das Kassensystem bei Facharztterminen und in der Klinik an seine Grenzen stößt.

Betroffen sind Menschen, die auf die reguläre Versorgung angewiesen sind und für zusätzliche private Abklärungen nicht zahlen können. Gerade bei Befunden, die rasch geklärt werden müssten, können lange Wartezeiten zu einer nervlichen Belastung werden und den Start einer Behandlung verzögern.

Hausarzt spricht von Schieflagen im System

Der Grazer Arzt verweist auf zwei Patienten, bei denen sich die Abklärung über Monate hingezogen habe. Nach seinen Angaben hätten beide auf Termine im öffentlichen System warten müssen, obwohl weitere Untersuchungen dringend nötig gewesen seien. Die geschilderten Fälle stehen damit exemplarisch für ein Problem, das in der steirischen Landeshauptstadt seit Längerem für Frust sorgt: zu wenige zeitnahe Termine bei Kassen-Fachärzten und in Spitalsambulanzen.

Die Ursachen liegen vor allem im angespannten Zugang zum Kassensystem. Wenn freie Termine fehlen, bleiben Patienten entweder auf Wartelisten oder sie weichen auf Wahlarztpraxen aus, wo sie zunächst selbst zahlen müssen. Für Menschen ohne private Zusatzversicherung ist das oft keine Option.

Lange Wartezeiten sind kein Einzelfall

Dass es in Österreich bei Facharztterminen Engpässe gibt, ist seit Jahren bekannt. Besonders betroffen sind Fachrichtungen, in denen viele Befunde abgeklärt werden müssen und in denen die Nachfrage hoch ist. Auch in der Steiermark klagen Patienten immer wieder über lange Wartezeiten auf CT- oder MRT-Termine, auf Facharztordinationen und auf weitere Schritte in der Klinik.

Für Patienten mit Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung ist das besonders heikel. Je früher Untersuchungen erfolgen, desto rascher kann geklärt werden, ob eine Behandlung nötig ist. Bleiben Befunde hingegen über Wochen oder Monate offen, steigt die Unsicherheit für die Betroffenen – und auch der Druck auf Hausärzte, die den Prozess koordinieren müssen.

Die geschilderten Grazer Fälle zeigen damit erneut, wie unterschiedlich der Zugang zur medizinischen Versorgung je nach Versicherungsstatus ausfallen kann. Während privat Versicherte oft schneller einen Termin bekommen, sind Kassenpatienten im öffentlichen System stärker von Wartezeiten abhängig.

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