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Genesis Owusu legt mit „Redstar Wu & The Worldwide Scourge“ ein dichtes 80er-Jahre-Album vor

Redaktionelle Szene zum Thema „Genesis Owusu legt mit „Redstar Wu & The Worldwide Scourge“ ein dichtes 80er-Jahre-Album vor“

Genesis Owusu hat mit Redstar Wu & The Worldwide Scourge ein stilistisch breit angelegtes Album veröffentlicht, das sich hörbar an den 1980er-Jahren orientiert. Der 28-jährige australische Rapper und Sänger verbindet darauf Hip-Hop, Funk, Post-Punk und Pop-Anspielungen zu einem Werk, das politisch aufgeladen ist und zugleich auffallend verspielt bleibt.

Owusu, geboren in Ghana und aufgewachsen in Australien, zählt seit seinem international beachteten Debüt Smiling with No Teeth zu den auffälligeren Stimmen der jüngeren Musikszene. Schon dort arbeitete er mit ungewöhnlichen Stilbrüchen und einer Mischung aus Experiment und klarer Haltung. Das neue Album knüpft daran an, geht aber noch stärker in Richtung großer Gesten, schneidender Gitarren und schillernder Soundflächen.

Inhaltlich rechnet Owusu erneut mit den politischen und kulturellen Verwerfungen der Gegenwart ab. In den Texten nimmt er unter anderem Donald Trump, die MAGA-Bewegung, Kanye West, Andrew Tate und Elon Musk ins Visier. Die Angriffe sitzen in einem musikalischen Rahmen, der nicht auf nüchterne Analyse setzt, sondern auf Überzeichnung, Rhythmus und Wucht.

Bemerkenswert ist dabei die offene Anlehnung an die Ästhetik der 1980er-Jahre. Statt auf bloße Nostalgie zu setzen, nutzt Owusu diesen Klangraum als Oberfläche für eine Gegenwartskritik, die zwischen Ironie und Ernst pendelt. Das Album wirkt dadurch weniger wie eine Rückschau als wie eine bewusste Stilisierung, die politische Zuspitzung mit popkultureller Form verbindet.

Auch die im Umfeld des Albums zirkulierende Zeile von der „roten Tür“, die schwarz gestrichen werde, passt in dieses Bild: Owusu arbeitet mit starken Farben und klaren Gegensätzen, um einen Zustand von Entfremdung und Verlust zu markieren. Gerade darin liegt die Spannung seines neuen Werks: Es will nicht versöhnen, sondern zuspitzen – und bleibt dabei musikalisch erstaunlich vielseitig.

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