Im Streit um eine mögliche Übernahme der Commerzbank hat die italienische Großbank Unicredit den Druck auf die deutsche Bundesregierung erhöht. Die Mailänder Bank droht mit der Abberufung des Aufsichtsrats, darunter auch der von Berlin entsandten Vertreter. Zugleich läuft ihr Übernahmeangebot für die Frankfurter Bank aus.
Der Bund, mit zwölf Prozent zweitgrößter Aktionär der Commerzbank, lehnt das Tauschangebot ab. Die staatliche Finanzagentur teilte mit, eine Annahme komme „bereits wirtschaftlich nicht infrage“, weil das Angebot aus Sicht der Bundesregierung keine ausreichende Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthalte.
Mit dem Auslaufen der Annahmefrist am Dienstag um Mitternacht rückt Unicredit ihrem erklärten Ziel, die Commerzbank zu übernehmen, zumindest formell näher. Der Schritt hat allerdings zunächst keine direkte Folge für die Kontrolle über das Institut, solange die übrigen Aktionäre nicht in größerem Umfang zustimmen.
Die Auseinandersetzung ist auch politisch aufgeladen, weil die Bundesregierung eine Übernahme der traditionsreichen deutschen Großbank weiter ablehnt. Für Berlin geht es dabei nicht nur um den Preis, sondern auch um die Frage, ob die Commerzbank als eigenständiges Institut erhalten bleiben soll.
Unicredit hatte in den vergangenen Monaten ihr Interesse an einer größeren Beteiligung an der Commerzbank deutlich gemacht. Mit dem aktuellen Vorgehen zeigt die Bank, dass sie ihre Option auf eine Übernahme weiter offen hält und den Konflikt mit Berlin nicht scheut.









