Die italienischen Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa sollen ab 2027 auch auf dem Weg von Italien nach Deutschland durch Österreich fahren. Geplant ist eine Verbindung zwischen München und Mailand mit Halt in Innsbruck sowie weiteren Stationen auf der Strecke, darunter Bozen, Trient, Rovereto, Verona und Brescia. Auf der Route nach Rom kämen statt Brescia auch Bologna und Florenz hinzu.
Damit rückt Österreich auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im europäischen Bahnverkehr stärker ins Zentrum. Für den Transit durch Tirol bedeutet das vor allem, dass auf einem Teil der Strecke deutlich schnellere Züge unterwegs sein werden als bisher im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Italien. Der Halt in Innsbruck macht die Landeshauptstadt zu einem Knotenpunkt auf der geplanten internationalen Verbindung.
Trenitalia, der Betreiber der Frecciarossa-Züge, baut sein internationales Angebot seit Jahren aus. Die Schnellzüge sind bereits in Italien, Frankreich und Spanien im Einsatz. Mit der geplanten Durchfahrt durch Österreich soll die Verbindung zwischen den großen Wirtschafts- und Tourismuszentren München und Mailand enger werden. Für Reisende würde das eine zusätzliche Direktverbindung auf einer stark nachgefragten Achse bedeuten.
Die Frecciarossa zählen zu den bekanntesten Hochgeschwindigkeitszügen Europas und sind für hohe Reisegeschwindigkeiten auf entsprechend ausgebauten Strecken konzipiert. Auf dem österreichischen Netz werden sie jedoch nur in jenen Abschnitten ihr volles Potenzial ausspielen können, in denen Infrastruktur und Trassenführung dies zulassen. Gerade auf der Nord-Süd-Verbindung ist das Tempo daher nicht durchgehend mit den italienischen Hochgeschwindigkeitsstrecken vergleichbar.
Während die italienischen Staatsbahnen ihre Präsenz nördlich der Alpen ausweiten, bleibt der Wettbewerb im Bahnfernverkehr in Deutschland politisch umstritten. Dort stößt der private Anbieter Italo nicht auf dieselbe Offenheit wie Trenitalia. Für den europäischen Schienenverkehr zeigt das, dass grenzüberschreitende Verbindungen zwar ausgebaut werden, der Marktzugang aber weiter unterschiedlich behandelt wird.









