Im Tiroler Oberland ist heuer erneut mehrfach ein Bär nachgewiesen worden. Seit 2023 gibt es in der Region jedes Jahr Sichtungen, besonders im Oberinntal und im Oberen Gericht. Der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher geht davon aus, dass es sich dabei um durchziehende Jungtiere aus Norditalien handelt.
Nach Angaben des Tiroler Landesjägerverbands dürften die Tiere auf dem Weg Richtung Engadin sein, wobei Tirol gelegentlich auf ihrer Route liege. Larcher hält es für wahrscheinlich, dass es sich bei den seit 2023 gemeldeten Nachweisen immer wieder um unterschiedliche Bären handelt. Sicher feststellen lasse sich das aber nur mit genetischen Untersuchungen.
Für den Fall einer Begegnung raten die Behörden und der Jägerverband dazu, Abstand zu halten, Lärm zu machen und den Bären nicht zu verfolgen. Jede Sichtung soll gemeldet werden. Bislang habe kein nachgewiesener Bär ein auffälliges Verhalten gezeigt oder sich wiederholt dem Menschen genähert.
In Österreich gibt es keine dauerhaft lebende Bärenpopulation. Nach den verfügbaren Angaben werden jedes Jahr nur wenige durchwandernde Tiere nachgewiesen, meist männliche Einzeltiere aus dem Trentino oder aus Slowenien.
Mehrere Vorfälle in Pfunds, Nauders und Ried
Im Vorjahr wurden im Tiroler Oberland Bären in Pfunds, Nauders, Fendels und Ried nachgewiesen. In Pfunds wurde dabei mehrfach ein Bienenstock in der Nähe des Dorfes geplündert. Der Stock wurde daraufhin eingezäunt, danach tauchte der Bär nicht mehr auf.
2025 kam es in Nauders zu einem Nachweis durch eine Wildkamera und einen Schafriss. In Pfunds riss ein Bär einen Esel, in Ried wurde ein Tier gesichtet und eine Rehfütterung zerstört. Auch in Fendels gelang ein Nachweis über Wildkamera und Spuren.
Heuer gab es im Oberen Gericht bereits mehrere weitere Hinweise auf Bären. In Pfunds, Tösens und Ried wurden Tiere über Wildkameras oder anhand von Spuren festgestellt. In Ried wurde ein Bär gefilmt; zudem kam es dort dreimal zu Beschädigungen einer Rehfütterung.
Die wiederholten Nachweise zeigen, dass das Tiroler Oberland regelmäßig auf dem Zugkorridor der Tiere liegt. Für die Jagd- und Forstverantwortlichen ist damit klar, dass sich die Bevölkerung weiter auf einzelne Bärensichtungen einstellen muss.









