Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Andreas Mölzer sieht sich als letzten Deutschnationalen der FPÖ

Redaktionelle Szene zum Thema „Andreas Mölzer sieht sich als letzten Deutschnationalen der FPÖ“

Andreas Mölzer bezeichnet sich im Umfeld des 70-Jahr-Jubiläums der FPÖ als „letzten Deutschnationalen“ der Freiheitlichen. Der frühere Nationalratsabgeordnete und langjährige FPÖ-Politiker äußert sich in einem Interview zur ideologischen Ausrichtung der Partei, zu Herbert Kickl, Jörg Haider und zu Begriffen wie „Remigration“, die in der FPÖ zuletzt wieder stärker verwendet werden.

Die Freiheitlichen feiern ihr Bestehen am 20. Juni in der Wiener Hofburg. Begleitend dazu hat die Partei ein Buch mit dem Titel „Klare Verhältnisse. Alles für Österreich“ herausgegeben, an dessen Entstehung Mölzer nach eigenen Angaben im Wesentlichen mitgewirkt hat. Der 73-Jährige gilt seit Jahrzehnten als einer der prägenden publizistischen Köpfe im freiheitlichen Lager und war auch als EU-Abgeordneter und Nationalratsmandatar tätig.

Debatte um Remigration und Parteikurs

Im Gespräch verteidigt Mölzer die Verwendung des Begriffs „Remigration“. Er argumentiert, es gehe dabei im Kern um dieselbe Bedeutung wie bei anderen politischen Begriffen für die Rückführung von Migranten, die in anderen Ländern anders benannt würden. Dass der Ausdruck in Österreich besonders scharf kritisiert werde, sieht er als Ausdruck einer überhitzten Sprache in der politischen Debatte.

Auch bei der innerparteilichen Entwicklung zeigt sich Mölzer klar positioniert. FPÖ-Chef Herbert Kickl sei für ihn „alternativlos“, heißt es aus dem Gespräch. Damit unterstreicht Mölzer, dass er die Partei derzeit eng an Kickls Linie gebunden sieht. Zugleich verweist er auf den Wandel der FPÖ seit der Haider-Ära und auf die Frage, welche Strömungen in der Partei heute noch Gewicht haben.

Haider, Strache und der Einfluss der Burschenschaften

Mölzer spricht im Interview auch über die Rolle von Jörg Haider und Heinz-Christian Strache für die FPÖ. Außerdem geht es um die Bedeutung von Burschenschaften innerhalb des freiheitlichen Lagers. Für Mölzer sind sie weiterhin Teil jener ideologischen und personellen Tradition, aus der sich die Partei speist.

Dass er sich selbst als letzten Deutschnationalen der FPÖ beschreibt, passt in dieses Bild. Der Begriff verweist auf einen Parteiflügel, der historisch stark vom deutschnationalen Denken geprägt war und in der heutigen FPÖ nicht mehr in derselben Breite sichtbar ist wie früher. Mit dem Jubiläum und der begleitenden Publikation rückt diese Tradition nun wieder stärker in den Vordergrund.

Die FPÖ ist seit Monaten die stimmenstärkste Partei im Land. Das Jubiläum in der Hofburg und das dazu erschienene Buch dienen der Partei auch dazu, die eigene Geschichte und Selbstverortung zu schärfen. Mölzers Aussagen liefern dafür einen selten offenen Einblick in das ideologische Selbstverständnis eines langjährigen FPÖ-Vertreters.

Diesen Artikel teilen