Kuba will seine Wirtschaft stärker nach dem Vorbild Chinas und Vietnams öffnen und damit auf den Druck aus den USA reagieren. Die Regierung in Havanna setzt damit auf ein Modell, das sozialistische Einparteienherrschaft mit marktwirtschaftlichen Elementen verbindet.
Die geplante Reform kommt in einer Phase anhaltender wirtschaftlicher Not. Kuba leidet seit Jahren unter akuter Knappheit an Treibstoff, Lebensmitteln und Devisen, die Inflation bleibt hoch, viele Betriebe arbeiten weit unter ihrer Kapazität. Der Staat versucht daher, private Initiative, ausländische Investitionen und effizientere Unternehmensstrukturen stärker zuzulassen, ohne die politische Kontrolle aufzugeben.
Als Orientierung dienen China und Vietnam, die ihre Wirtschaftsmodelle seit den 1980er-Jahren schrittweise geöffnet haben. In beiden Ländern wurde der Markt in bestimmten Bereichen liberalisiert, während die Kommunistische Partei die politische Macht behielt. Für Kuba ist dieser Kurs auch ein Signal an Investoren, dass die Regierung nach Jahren der Stagnation zu mehr Pragmatismus bereit ist.
Der Schritt erfolgt zudem vor dem Hintergrund der verschärften Konfrontation mit Washington. Die USA halten seit Jahren den wirtschaftlichen Druck auf Kuba aufrecht; neue Drohungen aus der Trump-Politik verstärken in Havanna die Sorge vor weiterer Isolation. Die kubanische Führung sucht deshalb nach Wegen, die Abhängigkeit von einzelnen Partnern zu verringern und die eigene Wirtschaftsleistung zu stabilisieren.
Ob die Öffnung tatsächlich tiefgreifend ausfällt, hängt nun davon ab, wie weit die Regierung private Unternehmen, Auslandsbeteiligungen und Preis- oder Devisenregeln lockert. Entscheidend wird auch sein, ob die Maßnahmen über Ankündigungen hinaus zu mehr Produktion, Versorgungssicherheit und Investitionen führen.









