Johannes Steinhart bleibt vorerst Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer. Der Misstrauensantrag gegen ihn scheiterte am Dienstagabend in der Vollversammlung der Kammer deutlich an der nötigen Zweidrittelmehrheit.
Von 81 gültigen Stimmen entfielen 47 auf die Absetzung Steinharts, 34 sprachen sich dagegen aus. Für eine Abwahl hätten 54 Stimmen nötig gewesen. Auch ein Antrag auf vorgezogene Kammerwahlen wurde nicht angenommen: Eine Mehrheit für den Wechsel von der regulären Wahl im März 2027 auf den kommenden Herbst kam nicht zustande.
Der Abstimmung waren heftige innerkammerliche Auseinandersetzungen vorausgegangen. Vor allem Steinharts Gegner hatten in den vergangenen Tagen auf eine Abwahl hingearbeitet. Getragen wurde der Misstrauensantrag von der Fraktion des SPÖ-nahen Ex-Präsidenten Thomas Szekeres. Steinhart steht der ÖVP-nahen „Vereinigung“ vor.
Die Konflikte in der Standesvertretung schwelen seit drei Jahren. Auslöser waren 2023 Unregelmäßigkeiten rund um die kammereigene Handelsfirma Equip4Ordi, die in der Ärzteschaft für anhaltenden Streit sorgten. Funktionäre, auch aus Steinharts eigener Fraktion, machten den Präsidenten damals mitverantwortlich. Die Vorwürfe und Machtkämpfe haben die größte Länderkammer seither immer wieder belastet.
Mit dem Ausgang der Abstimmung bleibt die Führung der Ärztekammer vorerst in derselben Konstellation bestehen. Die inneren Spannungen dürften damit aber nicht beendet sein.









