Vor der Wahl des neuen ORF-Generals am Donnerstag haben sich Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Lisa Totzauer an der Spitze ausgesprochen. Damit erhält die Nachfolge an der wichtigsten Position im ORF zusätzliches Gewicht, nachdem kurz vor der Entscheidung noch überraschende Nachnominierungen erfolgt sind.
Die Personalfrage ist für den Sender heikel, weil der künftige Generaldirektor oder die künftige Generaldirektorin maßgeblich über die strategische Ausrichtung des ORF in einer Phase von Sparzwang, politischem Druck und veränderten Mediennutzungsgewohnheiten entscheidet. Totzauer gilt im Haus als bekannte Führungspersönlichkeit; ihre Rückkehr in die oberste ORF-Führungsfrage wird nun auch aus dem Mitarbeiterumfeld offen befürwortet.
Die Wahl am Donnerstag findet in einem Umfeld statt, das seit Tagen von Debatten über mögliche Mehrheiten und neue Kandidaturen geprägt ist. Dass nun ausgerechnet aus dem Kreis der Beschäftigten Unterstützung für Totzauer kommt, erhöht den öffentlichen Druck auf den Stiftungsrat, der die Entscheidung trifft. Für den ORF geht es dabei nicht nur um eine Personalie, sondern auch um die Frage, welche Linie der Sender in den kommenden Jahren einschlagen soll.
Totzauer war bereits früher im ORF in leitenden Funktionen tätig. Dass sie nun von Mitarbeitern als Wunschkandidatin genannt wird, zeigt, dass ihr Name im Haus weiter über Gewicht verfügt. Ob sich diese Stimmung auch in der Abstimmung des Stiftungsrats niederschlägt, wird sich erst am Donnerstag zeigen.
Die Wahl des ORF-Generals gilt als eine der wichtigsten Personalentscheidungen im heimischen Medienbetrieb. Sie bestimmt nicht nur die Führung des Senders, sondern auch den Kurs bei Programm, Struktur und Reformen. Gerade deshalb wird die Entscheidung diesmal besonders aufmerksam beobachtet.









