Die Weltbevölkerung wird sich nach Einschätzung des Demografen Rainer Münz mittelfristig weiter verschieben: Afrikas Bevölkerung wächst, ebenso die Zahl der Katholiken weltweit. Zugleich rechnet Münz langfristig mit einem drastischen Rückgang der Menschheit von derzeit rund 8,3 Milliarden auf nur noch einige 100 Millionen.
Münz verwies auf den anhaltenden demografischen Aufstieg Afrikas, der vor allem durch eine im internationalen Vergleich junge Bevölkerung und höhere Geburtenraten geprägt ist. Der Kontinent gewinnt damit nicht nur an Einwohnern, sondern auch an politischem und wirtschaftlichem Gewicht. Die Entwicklung gilt seit Jahren als einer der zentralen Faktoren für Migration, Arbeitsmärkte und die Verteilung von Macht zwischen den Weltregionen.
Auch die katholische Kirche dürfte laut Münz weiter wachsen. Das hängt vor allem mit der Dynamik in Afrika und Teilen Asiens zusammen, während in Europa die Zahl der Gläubigen eher stagniert oder sinkt. Schon heute liegt der Schwerpunkt des Katholizismus nicht mehr in Europa, sondern zunehmend im globalen Süden. Das hat Folgen für die innere Gewichtung der Kirche, für die Zusammensetzung des Klerus und für die politische Rolle des Vatikans.
Münz knüpft seine Prognose an die Entwicklung der Geburtenzahlen. Weltweit sinke die Kinderzahl pro Frau langfristig, zugleich alterten viele Gesellschaften. In Europa ist dieser Trend seit Jahren sichtbar, in mehreren afrikanischen Staaten hingegen bleibt das Bevölkerungswachstum vorerst hoch. Damit verschiebt sich das demografische Zentrum der Welt weiter Richtung Süden.
Für Österreich und die Europäische Union ist diese Entwicklung auch politisch relevant. Die Alterung der Bevölkerung belastet Pensionssysteme, Arbeitsmärkte und öffentliche Budgets. Gleichzeitig steigt der Druck, qualifizierte Zuwanderung zu ermöglichen und Migration stärker als strukturelle Folge globaler Bevölkerungsverschiebungen zu betrachten.
Münz gehört seit Jahren zu den bekanntesten Demografen im deutschsprachigen Raum und befasst sich immer wieder mit den Folgen des weltweiten Bevölkerungswandels. Seine Prognose zeichnet ein Bild tiefgreifender Verschiebungen: Während Europa an relativer Bedeutung verliert, wachsen Afrika und die katholische Weltkirche weiter.









