Im Metro Kinokulturhaus in Wien läuft bis 26. Juni eine Filmschau zu Arbeiten schwarzer Regisseurinnen. Parallel dazu rückt das Internationale Filmfestival Innsbruck mit einem Programm ins Zentrum, das den Blick bewusst über nationale Grenzen hinaus öffnet. Ergänzt wird das aktuelle Kinoprogramm durch zwei ungewöhnliche Neustarts, die in unterschiedliche ästhetische und politische Richtungen weisen.
Die Reihe im Metro ist Teil des monatlichen Schwerpunkts „Filmgeschichte ist weiblich“. Kuratiert von Lien May Lucas, versammelt sie Klassiker und prägende Arbeiten des „Black Female Cinema“. Zu sehen ist etwa Sheryl Dunyes „The Watermelon Woman“, ein Schlüsselwerk des schwarzen, lesbischen Kinos, das heuer 30 Jahre alt wird. Der Film wird nicht nur in Wien gezeigt, sondern auch im Rahmen von Queer Frames und im Stadtkino präsentiert.
Mit Julie Dashs „Daughters of the Dust“ steht ein weiterer Meilenstein auf dem Programm: Das 1991 entstandene Drama über drei Frauen einer afroamerikanischen Gemeinschaft im Südosten der USA war der erste Langfilm einer Afroamerikanerin, der in die US-Kinos kam. Ergänzt wird die Auswahl durch politisch aufgeladene Werke und Porträts wie „Selma“ von Ava DuVernay, „Welcome II the Terrordrome“ von Ngozi Onwurah, „Sambizanga“ von Sarah Maldoror sowie „Queen & Slim“ von Melina Matsoukas und Lena Waithe.
Innsbruck setzt derweil auf internationale Perspektiven. Das dortige Filmfestival stellt Filme in den Mittelpunkt, die unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Zugänge sichtbar machen. Damit bleibt das Festival einer Linie treu, die es seit Jahren als Ort für abseits des Mainstreams produziertes und diskutiertes Kino positioniert.
Mehr als Nostalgie
Bemerkenswert an den aktuellen Programmen ist, dass sie historische Filme nicht als museale Rückschau behandeln. Die gezeigten Arbeiten werden vielmehr als Teil laufender Debatten über Repräsentation, Geschlecht, Rassismus und queere Sichtbarkeit gelesen. Dass „The Watermelon Woman“ nach drei Jahrzehnten weiterhin als Referenzpunkt gilt, verweist auf die anhaltende Relevanz solcher Perspektiven im Kino.
Auch die Kinostarts greifen diesen Zugang auf, wenn auch in anderer Form. Das aktuelle Angebot bleibt damit nicht bei Klassikern stehen, sondern verbindet Filmgeschichte mit Gegenwart und verankert beides im Wiener und Innsbrucker Kinokontext.









