Die französisch-iranische Künstlerin Marjane Satrapi ist tot. Die Schöpferin der international erfolgreichen Graphic Novel Persepolis starb nach Angaben ihres Umfelds mit 56 Jahren, rund ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns Mattias Ripa. Satrapi sei „an Trauer“ gestorben, hieß es in der mit der Nachrichtenagentur AFP geteilten Mitteilung.
Satrapi wurde im Iran geboren und lebte seit 1994 in Frankreich. Mit Persepolis verarbeitete sie ihre eigene Biografie als Kind und Jugendliche im Iran und schuf eines der prägendsten Werke der grafischen Literatur der vergangenen Jahrzehnte. Die vierbändige Graphic Novel erschien ab 2000 und machte Satrapi international bekannt.
Das Werk erzählt von ihrer Kindheit im Schatten der Islamischen Revolution und vom Aufwachsen im Krieg zwischen Iran und Irak. In klaren Schwarz-Weiß-Bildern verband Satrapi persönliche Erinnerung mit politischer Erfahrung. Persepolis wurde später auch verfilmt und erhielt weltweit große Aufmerksamkeit, weil Satrapi damit einen sehr persönlichen Zugang zu Exil, Identität und politischer Gewalt fand.
Satrapi arbeitete nicht nur als Zeichnerin, sondern auch als Regisseurin und Drehbuchautorin. Immer wieder setzte sie sich künstlerisch mit Fragen von Freiheit, Religion, Heimat und weiblicher Selbstbestimmung auseinander. Ihr Werk galt als Brücke zwischen iranischer Herkunft und französischer Gegenwartskultur.
Mit ihrem Tod verliert die internationale Comic- und Kulturszene eine der einflussreichsten Stimmen des autobiografischen Erzählens. Satrapi verband persönliche Erfahrung mit politischer Klarheit und prägte damit eine ganze Generation von Leserinnen und Lesern weit über die Grenzen der Graphic Novel hinaus.









