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Abschied auf unbestimmte Zeit: Wiener Kammeroper setzt mit Doppelabend einen Schlusspunkt

Redaktionelle Szene zum Thema „Abschied auf unbestimmte Zeit: Wiener Kammeroper setzt mit Doppelabend einen Schlusspunkt“

Mit einem Doppelabend der Eifersucht hat sich die Wiener Kammeroper am Wochenende von ihrem Publikum verabschiedet – zumindest vorerst. Auf dem Spielplan der letzten Premiere dieser Saison standen die Einakter Lady Magnesia und Zweimal Alexander, die beide von einer pointierten Regie und einem stark aufspielenden Ensemble getragen wurden. Die Produktion markiert die finale Premiere der Saison und damit die letzte Vorstellung auf unbestimmte Zeit.

In Lady Magnesia rückt die titelgebende Figur ins Zentrum eines absurden, von Eifersucht und Missverständnissen geprägten Beziehungsgeflechts. Der Text lebt von sprachlicher Zuspitzung, die Inszenierung von schrillen, präzise gesetzten Akzenten. Auch Zweimal Alexander arbeitet mit Überzeichnung und musikalischem Witz: Ein singendes Wandporträt gibt darin Ratschläge und treibt das Spiel mit Rollenbildern und Rivalitäten voran.

Gerade das Ensemble hält den Abend zusammen. Die Sängerinnen und Sänger tragen die kurzen Formate mit Spielfreude, Tempo und genauer Artikulation. Die Regie setzt auf klare Zuspitzung statt Zurückhaltung und verstärkt damit den komödiantischen Zugriff der beiden Stücke.

Der Abend bekommt über den reinen Premierencharakter hinaus eine zusätzliche Bedeutung durch die Lage des Hauses. Für den Erhalt der Kammeroper gibt es eine Petition, der finale Vorhang dieser Saison ist damit auch ein symbolischer Einschnitt. Dass die letzte Premiere vorerst ausgerechnet mit zwei Stücken über Eifersucht und verfehlte Nähe endet, verleiht dem Abschied einen bemerkenswerten Unterton.

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