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ORF-Chefsuche geht in die entscheidende Runde

Redaktionelle Szene zum Thema „ORF-Chefsuche geht in die entscheidende Runde“

Die Suche nach der künftigen ORF-Führung tritt in die heiße Phase. Für den Posten an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben sich Manager, Geschäftsführer und Journalisten beworben, in den kommenden Tagen befasst sich die Findungskommission mit den eingegangenen Unterlagen. Damit verdichtet sich der Kreis jener, die den Sender ab 2026 prägen könnten.

Der ORF-Generaldirektor wird für fünf Jahre bestellt und trägt in dieser Zeit die Verantwortung für Strategie, Programm und Finanzen des Unternehmens. Gerade mit Blick auf die anhaltenden Debatten über Gebühren, Sparvorgaben und die politische Unabhängigkeit des Hauses gilt die Personalentscheidung als mehr als eine reine Managementfrage. Im Hintergrund geht es auch um die künftige Machtbalance im größten Medienbetrieb des Landes.

Im Rennen sind mehrere Namen aus unterschiedlichen Bereichen. Unter den Bewerbern finden sich laut den vorliegenden Angaben Personen aus dem Management, aus Geschäftsführungen und aus dem Journalismus. Dass sich auch eine von der FPÖ favorisierte Kandidatin unter den Interessenten befindet, unterstreicht die politische Dimension der Wahl, die traditionell eng beobachtet wird.

Der Auswahlprozess folgt einem festen Schema: Die Findungskommission prüft die Unterlagen, führt Gespräche und legt dem Stiftungsrat schließlich eine Auswahl vor. Dort fällt die eigentliche Entscheidung. Das Gremium ist in seiner Zusammensetzung politisch geprägt, weshalb Personalfragen beim ORF regelmäßig auch als Test für die Kräfteverhältnisse zwischen den Parteien gelten.

Für den derzeitigen ORF steht viel auf dem Spiel. Der künftige Chef oder die künftige Chefin muss nicht nur einen großen Medienkonzern führen, sondern auch auf ein Umfeld mit sinkender Werbewirtschaft, technischem Umbau und heikler politischer Beobachtung reagieren. Entsprechend genau werden die Namen abgewogen, die nun im Verfahren sind.

Bis zur Entscheidung dürfte die Debatte über die Qualifikation der Kandidaten weiterlaufen. Erfahrung in Medienführung, Krisenmanagement und öffentlich-politischer Kommunikation zählen dabei ebenso zu den Kriterien wie der Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen redaktioneller Unabhängigkeit und öffentlichem Auftrag. Die nächsten Schritte im Auswahlverfahren werden damit auch zum Gradmesser dafür, welche Linie der ORF künftig einschlagen könnte.

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