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Iran hebt Internet-Sperre nach fast drei Monaten auf

Redaktionelle Szene zum Thema „Iran hebt Internet-Sperre nach fast drei Monaten auf“

Der Iran will nach fast drei Monaten die Sperre für den Zugang zum internationalen Internet aufheben. Präsident Masoud Pezeshkian bestätigte nach Berichten iranischer Medien einen entsprechenden Beschluss eines Sonderstabs. Betroffen waren Millionen Menschen, die in der Zeit nur stark eingeschränkt oder gar nicht auf ausländische Websites und Dienste zugreifen konnten.

Die Maßnahme war Teil der weitgehenden Abschottung des Landes während der jüngsten Spannungen mit Israel. Der eingeschränkte Internetzugang hatte nicht nur den Alltag von Privatpersonen erschwert, sondern auch Unternehmen, Medien und den internationalen Zahlungsverkehr zusätzlich belastet. Der Iran kontrolliert den Internetzugang seit Jahren streng; in Krisenzeiten wird die Verbindung ins weltweite Netz immer wieder gedrosselt oder unterbrochen.

Dass Pezeshkian den Schritt nun öffentlich bestätigt, ist politisch bedeutsam. Der Präsident gilt seit seinem Amtsantritt als vergleichsweise pragmatisch, auch wenn die zentralen Entscheidungen im Sicherheits- und Kommunikationsbereich in der Islamischen Republik maßgeblich von anderen Stellen mitgetragen werden. Nach Angaben iranischer Medien wurde die Aufhebung der Sperre von einem Sonderstab beschlossen, was auf eine koordinierte Entscheidung der Sicherheitsbehörden schließen lässt.

Die genaue technische Umsetzung blieb zunächst offen. In der Vergangenheit wurden Sperren im Iran oft schrittweise gelockert, bevor der Zugang tatsächlich wieder vollständig funktionierte. Beobachter gehen davon aus, dass die Behörden den Datenverkehr weiter kontrollieren und im Fall neuer Unruhen oder außenpolitischer Spannungen rasch erneut eingreifen könnten.

Für die Bevölkerung bedeutet die Öffnung vor allem Erleichterung nach Wochen der Isolation. Für die Führung in Teheran ist sie zugleich ein Signal, dass die massive Einschränkung des Netzes offenbar nicht dauerhaft aufrechterhalten werden soll. Der Schritt folgt auf eine Phase, in der der Zugang zum globalen Internet im Iran zu den restriktivsten seit Jahren zählte.

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