Die frühere ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat ist aus dem Wiener Wirtschaftsbund ausgetreten. Sie begründete den Schritt am Montag auf Facebook mit dem Verhalten des Präsidenten, das sie „nicht akzeptieren“ könne. In der Wirtschaftskammer Wien will sie nach eigenen Angaben dennoch bleiben.
Rauch-Kallat zählt seit Jahrzehnten zu den bekannten Gesichtern der ÖVP und gilt parteiintern als langjähriges „Urgestein“. Mit ihrem Austritt setzt sie ein sichtbares Zeichen der Distanz zum Wiener Wirtschaftsbund, der als Interessenvertretung der wirtschaftlich organisierten Unternehmer in der Kammer fungiert.
Der Wirtschaftsbund ist eine der prägenden Fraktionen innerhalb der Wirtschaftskammerorganisation. Wer dort Mitglied ist, unterstützt üblicherweise auch die politische Ausrichtung der Kammerfraktion. Ein Austritt einer prominenten ÖVP-Politikerin wie Rauch-Kallat ist deshalb auch über den Einzelfall hinaus bemerkenswert.
Rauch-Kallat war in der Vergangenheit unter anderem als Gesundheits- und Frauenministerin tätig und gehörte über Jahre zu den einflussreichen Vertreterinnen der Volkspartei. Ihr Schritt fällt in eine Phase, in der die innerparteilichen und kammerpolitischen Spannungen in Wien erneut öffentlich sichtbar werden.









