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Verdacht auf „Kriegssafari“ im Bosnienkrieg: Italienischer Verdächtiger belastet Ermittlungen

Redaktionelle Szene zum Thema „Verdacht auf „Kriegssafari“ im Bosnienkrieg: Italienischer Verdächtiger belastet Ermittlungen“

Im Italien wird ein Mann im Zusammenhang mit dem Bosnienkrieg verdächtigt, in den 1990er-Jahren als sogenannter „Sniper-Tourist“ auf Zivilisten geschossen zu haben. Ermittler stützen sich dabei auf einen Schalldämpfer, ein Foto und Aussagen seiner früheren Lebensgefährtin, die den Mann schwer belasten.

Nach den vorliegenden Angaben soll es um ein Netzwerk wohlhabender Ausländer gegangen sein, die im belagerten Sarajevo und anderswo im Krieg gegen Bezahlung auf Zivilisten feuerten. Der Verdächtige geriet nach dem Fund von Beweismaterial in den Fokus; die Ermittler prüfen, welche Rolle er bei den Taten gespielt haben könnte.

Belastung durch Ex-Partnerin

Besonders brisant sind die Aussagen der ehemaligen Lebensgefährtin des Mannes. Sie schilderte demnach, er habe unter Albträumen gelitten, weil er getötet habe. Diese Aussage passt zu dem Bild, das Ermittler inzwischen von den sogenannten „Sniper-Touristen“ zeichnen: Menschen, die in den 1990er-Jahren für Geld in den Krieg reisten, um auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.

Der Fall reiht sich in jahrelange Hinweise und Verdachtsmomente rund um Kriegsverbrechen während der Belagerung von Sarajevo ein. Die Jagd auf Zivilisten gilt als eines der dunkelsten Kapitel des Bosnienkriegs, der von 1992 bis 1995 tobte. In der bosnischen Hauptstadt starben während der Belagerung Tausende Menschen, viele davon durch Scharfschützenfeuer.

Ermittlungen mit heikler Dimension

Die nun bekannt gewordenen Ermittlungen treffen in Italien auf besonderes Interesse, weil sie eine mögliche Beteiligung ausländischer Staatsbürger an Kriegsverbrechen betreffen. Sollte sich der Verdacht erhärten, würde das den Blick auf eine bislang nur punktuell aufgearbeitete Facette des Bosnienkriegs lenken: den mutmaßlichen Missbrauch des Konflikts als Bühne für zahlungskräftige Kriegsbeobachter und Schützen.

Die Spurensuche richtet sich dabei nicht nur auf die Person des Verdächtigen, sondern auch auf mögliche Verbindungen zu anderen Beteiligten. Für die Ermittler sind neben dem Foto und dem Schalldämpfer vor allem Zeugenaussagen entscheidend, um die Vorwürfe zeitlich und inhaltlich zu verifizieren.

Der Fall zeigt, wie lange der Bosnienkrieg juristisch und politisch nachwirkt. Drei Jahrzehnte nach dem Ende der Kämpfe werden weiterhin neue Spuren verfolgt, wenn es um mögliche Kriegsverbrechen, Mittäter und bislang nicht aufgeklärte Taten geht.

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