Mit „Till Eulenspiegel, wenn das Herz brennt“ startet auf der Burg Perchtoldsdorf die 50. Saison der Sommerspiele. Fabian Krüger übernimmt die Titelrolle in der Inszenierung, die am Donnerstag auf dem Burgplatz Premiere hat. Seit 2023 steht Alexander Kubelka an der Spitze des Festivals südlich der Wiener Stadtgrenze.
Das Stück greift die Figur des berühmten Schelms auf, setzt sie aber in einen zeitgenössisch zugespitzten Rahmen. Schon der Titel verweist auf eine politische und emotionale Zuspitzung, die über das klassische Possenspiel hinausgeht. Für das Publikum in Perchtoldsdorf ist das ein vertrauter Zugriff: Die Sommerspiele verbinden regelmäßig bekannte Stoffe mit einer Gegenwartssprache, die auch ein jüngeres Publikum ansprechen soll.
Die Burg als Spielort prägt dabei den Charakter der Produktion. Tagsüber kann es in der Region noch heiß sein, am Abend sorgt das kühlere Lüftchen am historischen Ort für andere Bedingungen als in einem klassischen Theaterhaus. Genau diese Mischung aus Freiluft, Denkmal und Festivalbetrieb macht die Perchtoldsdorfer Sommerspiele seit Jahrzehnten aus.
Mit der 50. Saison erreicht das Festival nun einen symbolischen Meilenstein. Dass die Eröffnung in einem Jubiläumsjahr mit einer Figur wie Till Eulenspiegel erfolgt, ist auch kulturell naheliegend: Der Narren- und Außenseiterstoff erlaubt seit jeher die Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte, ohne den Unterhaltungswert zu verlieren. Für Perchtoldsdorf markiert die Premiere damit nicht nur den Start in einen neuen Spielsommer, sondern auch einen Rückblick auf eine lange lokale Theatertradition.









