Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Stelzer kritisiert Kurs der Bundes-ÖVP vor hartem Wahlkampf in Oberösterreich

Redaktionelle Szene zum Thema „Stelzer kritisiert Kurs der Bundes-ÖVP vor hartem Wahlkampf in Oberösterreich“

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat die Lage seiner Partei auf Bundesebene als wenig hilfreich für die bevorstehenden Wahlkämpfe bezeichnet. Zugleich will sich der Landeschef in Oberösterreich nicht auf Umfragen verlassen, die ein enges Rennen mit der FPÖ vor der nächsten Landtagswahl erwarten lassen. Stelzer rechnet weiter mit einem Sieg seiner Partei.

Der ÖVP-Politiker äußerte sich vor dem Hintergrund der politischen Ausgangslage in seinem Bundesland, wo er 2027 den Landeshauptmannsessel verteidigen muss. Dass die Bundespartei derzeit mit internen und strategischen Problemen zu kämpfen habe, erleichtere die Arbeit vor Ort nicht, sagte Stelzer demnach sinngemäß. Für die Landes-ÖVP sei es trotzdem notwendig, sich auf das eigene Profil zu konzentrieren.

In Oberösterreich gilt die Landtagswahl als eine der zentralen Machtproben für die Volkspartei. Seit Jahren ist die ÖVP dort die stärkste Kraft, doch die Freiheitlichen liegen in mehreren Umfragen dicht auf. Stelzer betonte dennoch, er glaube an Platz eins für seine Partei. Damit setzt der Landeshauptmann auf Stabilität im Land und auf die eigene Verankerung, obwohl sich die bundespolitische Lage für die ÖVP zuletzt nicht verbessert hat.

Besonders ins Gewicht fällt für Stelzer auch der neue Generalsekretär der Bundes-ÖVP. Er habe ihm bereits eine gute Zusammenarbeit angeboten, sagte der Landeshauptmann. Für die Landespartei könnte das wichtig werden, weil sich der Wahlkampf in Oberösterreich nicht völlig von den Debatten in Wien trennen lässt. Gerade in einer Phase, in der die Bundespartei mit ihrem Kurs ringt, versucht Stelzer, die Landes-ÖVP sichtbar auf Distanz zu bundespolitischen Konflikten zu halten.

Damit positioniert sich der oberösterreichische Landeshauptmann früh für eine Wahl, die nach heutigem Stand offen bleibt. Für die ÖVP geht es dabei nicht nur um die Verteidigung des Spitzenplatzes, sondern auch darum, ob ein Landeschef trotz bundesweiter Belastungen eine eigene Mehrheit mobilisieren kann. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob Stelzers Zuversicht trägt.

Diesen Artikel teilen