Der Handelskonzern Spar bekommt ab 2028 mit Markus Kaser erstmals einen Vorstandsvorsitzenden, der nicht aus einer der drei Gründerfamilien stammt. Die Nachfolge wird damit in einem Unternehmen neu geordnet, das seit der Gründung 1954 maßgeblich von den Familien Drexel, Poppmeier und Reisch geprägt wurde.
Nach Angaben des Konzerns werden Ende 2027 zwei Nachkommen der Gründerfamilien sowie weitere Vorstandsmitglieder aus dem Spar-Vorstand ausscheiden. Der bisherige Vorsitzende Hans K. Reisch verlässt den Vorstand nach 27 Jahren, davon vier Jahre als Vorstandschef, und scheidet gemäß der Statuten mit Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren aus. Anfang 2028 soll er als Miteigentümer in den Aufsichtsrat wechseln.
Spar gehört zu 93 Prozent den Gründerfamilien Drexel, Poppmeier und Reisch. Traditionell rotierte die Führung des Konzerns zwischen diesen Familien. Mit Kaser endet diese Praxis an der Spitze des Vorstands nun erstmals. Der Konzern hat die Entscheidung laut Mitteilung frühzeitig getroffen, um eine geordnete Übergabe zu sichern.
Der frühere Konzernchef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende von Spar Österreich, Gerhard Drexel, sprach von einem „anspruchsvollen Umfeld“, in dem rechtzeitig Klarheit geschaffen werden müsse, um „Stabilität, Orientierung und Sicherheit“ für das Unternehmen zu gewährleisten. Auf die Frage, warum diesmal kein Mitglied der Gründerfamilien zum Zug komme, reagierte Spar nicht mit einer inhaltlichen Begründung.
Mit der Personalentscheidung stellt sich einer der größten Handelskonzerne des Landes an seiner Spitze neu auf. Die Nachfolge ist dabei nicht nur für das Unternehmen selbst von Bedeutung, sondern auch für die Eigentümerstruktur, die Spar seit Jahrzehnten prägt.









