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Ronaldo unter Druck: Portugal ringt in Houston um den richtigen Kurs

Redaktionelle Szene zum Thema „Ronaldo unter Druck: Portugal ringt in Houston um den richtigen Kurs“

Cristiano Ronaldo reist mit Portugal mit ungewohnt viel Gegenwind ins zweite Gruppenspiel dieser WM. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo in Houston steht der 41-Jährige, ältester Feldspieler des Turniers, stärker denn je im Fokus der Kritik. Vor dem Duell mit Usbekistan am Abend in Houston stellt sich weniger die Frage nach einem möglichen späten Glanzmoment als jene, ob Portugals Kapitän sportlich noch die gleiche Wirkung entfalten kann wie in früheren Jahren.

Vor dem Turnier hatte die Debatte noch ganz anders geklungen. Ronaldo wurde als möglicher ältester Weltmeister der Geschichte gehandelt, als Symbolfigur einer Mannschaft, die mit ihrem Rekordtorschützen noch einmal groß angreifen wollte. Nach dem verhaltenen Auftakt ist davon wenig übrig. International wird der langjährige Weltstar inzwischen offen auf seine aktuelle Form reduziert. Seine Rolle ist zwar nach wie vor zentral, doch die Frage nach dem rechten Zeitpunkt für den Rückzug aus der Nationalmannschaft wird lauter.

Der Ton in Teilen der Medien ist deutlich schärfer geworden. Beobachter sprechen von einem Schatten seiner selbst, andere verweisen darauf, dass jeder Ausnahmekarriere auch ein Ende bevorstehe. Solche Urteile sind nicht neu, doch sie treffen Ronaldo in einer Phase, in der Portugal sportlich mehr Konstanz braucht. Gerade beim 1:1 gegen Kongo fehlten Tempo, Präzision und Durchschlagskraft in der Offensive – ausgerechnet jene Qualitäten, die der Rekordmann einst verlässlich mitbrachte.

Bemerkenswert ist auch, dass sich der Blick nicht mehr nur auf den Einzelspieler richtet, sondern auf die Mannschaft als Ganzes. Bei Portugal dreht sich seit Jahren vieles um Ronaldo; neu ist, dass seine Sonderstellung nicht mehr selbstverständlich wirkt. Schon bei der WM 2022 in Katar hatte der damalige Trainer Fernando Santos seinen Rekordspieler zeitweise auf die Bank gesetzt. Der aktuelle Druck geht aber darüber hinaus: Es geht um die Frage, ob Portugal noch ein Team im Aufbau ist – oder eines, das sich von seiner größten Figur langsam lösen muss.

Gegen Usbekistan könnte Ronaldo noch einmal die Gelegenheit erhalten, die Kritik auf dem Platz zu beantworten. Doch selbst ein gutes Spiel würde die Grundfrage nicht beseitigen, die nach dem schwachen Auftakt nun offen auf dem Tisch liegt: Wie lange trägt Cristiano Ronaldo Portugal noch auf internationalem Niveau? Für einen Spieler, der seine Karriere über Jahre gegen jedes Verfallsdatum verteidigt hat, ist das eine neue Art von Prüfung.

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