Ralf Rangnick bleibt Teamchef des ÖFB. Der 67-Jährige hat seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert und soll Österreich damit auch zur EM 2028 in Großbritannien und Irland führen. Die Einigung wurde am Samstag fixiert – nach einem Prozess, der innerhalb des Verbands deutlich komplizierter verlief als die spätere Verkündung vermuten ließ.
Der zentrale Grund für die Verzögerung lag nicht im Sportlichen, sondern in der Struktur des ÖFB. Nach einer jüngst beschlossenen Reform sollte das Ehrenamt stärker in den Hintergrund rücken und sich vor allem repräsentativen Aufgaben widmen. In der Praxis wurde die Personalie Rangnick aber von ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll zur Chefsache gemacht. Damit verlagerte sich die Entscheidung weg von den vorgesehenen sportlichen Zuständigkeiten und hin zur Verbandsspitze.
Formal wäre Peter Schöttel als Sportdirektor für sportliche Fragen zuständig gewesen. In dieser Personalie spielte er aber offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Dass die Verlängerung letztlich auf höchster Ebene entschieden wurde, zeigt, wie groß das Gewicht des Teamchefs inzwischen im Verband ist. Rangnick hat Österreich erstmals seit 28 Jahren wieder zu einer WM geführt und das Nationalteam mit einem offensiven Stil neu positioniert.
Sportlich ist die Einigung für den ÖFB ein wichtiger Schritt. Rangnick steht für einen Ansatz, der nicht nur Ergebnisse liefern soll, sondern auch das Stadioninteresse und damit die Einnahmen steigert. Genau deshalb galt die Frage nach seiner Zukunft über Wochen als heikel: Eine Trennung hätte den Verband mitten in einer Phase der Stabilisierung getroffen. Stattdessen bleibt nun der Trainer, der das Nationalteam unter seiner Führung klar geprägt hat.
Für Österreich ist die Verlängerung auch mit Blick auf die kommenden Jahre entscheidend. Nach der WM 2026 richtet sich der Fokus auf die EM 2028. Mit Rangnick soll Kontinuität im Nationalteam gewährleistet bleiben – auf der Bank ebenso wie in der strategischen Ausrichtung des ÖFB. Dass es dafür intern einen aufwendigen Abstimmungsprozess brauchte, dürfte im Verband noch länger nachwirken.









