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Ralf Rangnick vor der WM: Warum der ÖFB-Teamchef ungewöhnlich viel Rückhalt genießt

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Ralf Rangnick ist vor der WM 2026 in einer für einen ÖFB-Teamchef seltenen Position: Er wird von Spielern, Experten und früheren Teamgrößen öffentlich auffallend geschlossen gestützt. Das ist bemerkenswert, weil Österreichs Teamchefs vor großen Turnieren in der Vergangenheit oft eher Kritik als Rückendeckung erlebt hatten.

Die besondere Ausgangslage hängt auch mit Rangnicks Rolle im österreichischen Fußball zusammen. Seit seinem Amtsantritt hat der Deutsche das Nationalteam sportlich und strukturell neu ausgerichtet. Unter ihm erreichte Österreich bei der EM 2024 erstmals seit Jahren wieder sichtbare Stabilität und entwickelte sich zu einer Mannschaft, die sich nicht nur über Einsatz, sondern auch über klare Abläufe definiert. Dieser sportliche Fortschritt hat den Blick auf den Teamchef verändert.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie ungewöhnlich die aktuelle Stimmung ist. Vor der WM 1978 wollte der damalige ÖFB-Präsident und Minister Karl Sekanina dem Teamchef Helmut Senekowitsch sogar den als kompromisslos gefürchteten Max Merkel als eine Art Vormund zur Seite stellen. 1982 wurde Karl Stotz nach gelungener Qualifikation vor der WM in Spanien ausgetauscht. 1990 geriet Josef Hickersberger trotz starker Testspielergebnisse in die Kritik. Und 1998 sowie 1999 wurde Herbert Prohaska von Otto Baric und Teilen der Öffentlichkeit massiv unter Druck gesetzt.

Dass Rangnick nun vor der WM anders beurteilt wird, hat auch mit seiner Außenwirkung zu tun. Während frühere Teamchefs häufig an Einzelentscheidungen, Kadernominierungen oder Spielanlage gemessen und öffentlich infrage gestellt wurden, gilt Rangnick derzeit als Trainer, dessen Linie nachvollziehbar erscheint. Selbst frühere Nationalspieler und Experten äußern sich zurückhaltend bis lobend, statt den Kurs des Teamchefs in Zweifel zu ziehen.

Für den ÖFB ist diese breite Akzeptanz mehr als ein Stimmungsbild. Sie verschafft dem Teamchef vor einem Turnier Ruhe, die österreichische Nationalteams in der Vergangenheit nur selten hatten. Der Vergleich mit früheren WM-Phasen zeigt: Öffentliche Geschlossenheit ist im heimischen Fußball keine Selbstverständlichkeit. Rangnick bildet in dieser Hinsicht eine Ausnahme.

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