Im Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau am Inn hat die Polizei eine neue Dienststelle bezogen. Nach 15 Jahren Leerstand und ebenso langer politischer Debatte ist das Gebäude damit nun erstmals wieder dauerhaft genutzt. Die Eröffnung hat wegen der besonderen historischen Belastung des Hauses erneut Kritik und Zustimmung ausgelöst.
Das Haus in der Braunauer Altstadt gilt seit Jahren als schwieriger Ort für eine Nachnutzung. Die Republik Österreich hat das Gebäude in den vergangenen Jahren umfassend umgebaut und modernisiert, um eine andere, öffentliche Nutzung zu ermöglichen. Die Unterbringung einer Polizeistation soll das Haus auch symbolisch klar von jeder Verherrlichung des NS-Regimes abgrenzen.
Ein Haus mit schwerer Vergangenheit
Das Geburtshaus Hitlers beschäftigt Braunau seit Jahrzehnten. Immer wieder gab es Diskussionen darüber, wie das Gebäude verwendet werden soll und wie sich die Stadt von der NS-Vergangenheit distanzieren kann, ohne den Ort leer stehen zu lassen. Dass nun Polizisten einziehen, wird von Befürwortern als pragmatische und eindeutige Lösung gesehen.
Gleichzeitig bleibt die emotionale Last groß. Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt reagieren nach wie vor sensibel auf den Ort, an dem Hitler 1889 geboren wurde. Der Schritt zur Polizeistation ändere nichts an der historischen Bedeutung des Hauses, heißt es aus dem Umfeld der Debatte seit Jahren sinngemäß immer wieder.
Kritik und Erleichterung zugleich
Die neue Nutzung hat nicht alle Vorbehalte beseitigt. In Braunau gibt es weiterhin Stimmen, die sich mit dem Ort schwer tun und ihn lieber anders genutzt sähen. Andere begrüßen, dass das Gebäude nicht länger leer steht und nun eine Funktion hat, die mit öffentlicher Ordnung und staatlicher Präsenz verbunden ist.
Die Eröffnung ist auch ein Signal an jene, die den Ort immer wieder für rechtsextreme Provokationen nutzen wollten. Gerade in Braunau kommt es seit Jahren immer wieder zu Angriffen und Kommentaren, die die NS-Vergangenheit des Hauses instrumentalisieren. Mit der Polizeistation soll diesen Vereinnahmungsversuchen ein klarer Rahmen entgegengesetzt werden.









