Österreichs Davis-Cup-Team geht mit offenen Baustellen in die Vorbereitung auf das Play-off im September. Kapitän Jürgen Melzer hat zwar alle vorgesehenen Spieler beisammen, doch die aktuelle Formkurve seiner Männer gibt noch nicht in allen Fällen Anlass zur Zuversicht. Vor allem im Rahmen des ATP-Turniers in Kitzbühel wurde deutlich, dass einige Kandidaten für das Aufgebot noch Arbeit vor sich haben.
Filip Misolic ist nach einer Fersenverletzung wieder ein Thema. Der Steirer hat Melzer bereits um gemeinsame Trainingseinheiten gebeten, soll nach Angaben aus dem Umfeld des Teams Ende August wieder auf der Tour einsteigen und die US Open bestreiten. Für das Davis Cup Team ist das ein wichtiger Befund, weil Misolic zuletzt als mögliche Option für die Matches im Wiener Prater galt, wo Österreich im September gegen Belgien antritt.
Auch Jurij Rodionov sendete in Kitzbühel gemischte Signale. Der 27-Jährige, der im Vorjahr mit starken Auftritten in Ungarn zum österreichischen Davis-Cup-Helden wurde, gewann zwar nach überstandener Qualifikation zum Auftakt gegen den Vorarlberger Joel Schwärzler mit 6:2, 6:4. Gleichzeitig bleibt seine Form schwer berechenbar. Rodionov selbst meinte jüngst sinngemäß, bei ihm sei nie sicher, wie lange ein Hoch anhalte. Melzer hält dennoch viel von ihm, gerade mit Blick auf den Davis Cup, in dem Rodionov aus seiner Sicht regelmäßig zuverlässig spielt.
Schwärzler, 20 Jahre alt, wartet weiter auf einen spürbaren Durchbruch auf höherem Niveau. Der junge Vorarlberger findet derzeit noch nicht konstant in sein Spiel, auch wenn Melzer betont, dass sich in diesem Alter vieles rasch entwickeln könne. Ebenfalls noch Luft nach oben sieht der Teamchef bei Lukas Neumayer, der in Kitzbühel in der ersten Runde am deutschen Spezialisten Yannick Hanfmann scheiterte. Melzer arbeitet seit drei Wochen mit dem Salzburger zusammen, die Betreuung teilt er sich mit Top-Trainer Günter Bresnik.
Auch Sebastian Ofner lieferte in Kitzbühel keinen klaren Rückenwind für den Davis Cup. Der Steirer blieb am Dienstag unter seinen Möglichkeiten und bestätigte damit den Eindruck, dass Österreichs Auswahl zwei Monate vor dem Duell mit Belgien noch nicht in Bestform ist. Für Melzer bleibt damit bis zum Auftritt in der Hauptstadt genug zu tun.









