Nach der Räumung eines überfüllten ÖBB-Zugs im italienischen Udine hat das Unternehmen den Vorfall erklärt. Mehr als 600 Menschen hätten in den bereits vollständig reservierten Zug einsteigen wollen, teilte die Bahn Tage später mit. Der Ärger unter den Fahrgästen war groß, schließlich kam es zu einem massiven Gedränge am Bahnsteig, das schließlich polizeiliches Eingreifen erforderlich machte.
Die ÖBB verwies darauf, dass der betroffene Zug wegen der großen Nachfrage komplett ausgebucht gewesen sei. Trotzdem hätten sich weitere Reisende Zugang verschaffen wollen. In dieser Situation sei es zu einer räumlichen Trennung durch die Polizei gekommen, um den Bahnhofsbetrieb zu ordnen und die Lage zu beruhigen.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf den Druck im grenzüberschreitenden Bahnverkehr Richtung Italien, wo es besonders zu Ferien- und Reisezeiten regelmäßig zu hoher Nachfrage kommt. Voll besetzte Fernzüge und kurzfristig ausverkaufte Verbindungen sorgen immer wieder für Konflikte auf den Bahnsteigen, wenn Reisende trotz Reservierung oder ohne gültigen Platzanspruch mitfahren wollen.
Für die ÖBB ist der Fall auch deshalb heikel, weil das Unternehmen bei internationalen Verbindungen auf geordnete Abläufe und verbindliche Sitzplatzreservierungen angewiesen ist. Wie die Bahn den konkreten Ablauf im Fall Udine schildert, soll vor allem erklären, warum die Lage eskalierte und weshalb die Polizei eingreifen musste.









