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Neos pochen auf höhere Pensionsgrenze, Gewerkschaft weist Vorschlag zurück

Redaktionelle Szene zum Thema „Neos pochen auf höhere Pensionsgrenze, Gewerkschaft weist Vorschlag zurück“

Die Neos haben ihre Forderung nach einer Debatte über ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter bekräftigt. Neos-Sozialsprecher Johannes Gasser erklärte am Dienstag, eine offene Diskussion über eine weitere Pensionsreform dürfe „kein Tabu“ sein. Die Industriellenvereinigung (IV) stellte sich hinter diese Position, aus der Gewerkschaft kam umgehend Widerspruch.

Auslöser ist die aktuelle Diskussion über Pensionen in Deutschland, auf die die Neos in ihrer Argumentation verweisen. Gasser sprach sich dafür aus, die Frage eines höheren Antrittsalters nicht auszuklammern. Damit greift die Partei ein Thema auf, das in Österreich politisch besonders sensibel ist: Das Pensionssystem steht wegen der demografischen Entwicklung und steigender Ausgaben seit Jahren unter Druck.

Gewerkschaft warnt vor Belastung der Beschäftigten

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) lehnt eine Erhöhung des gesetzlichen Antrittsalters ab. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertretung gehe die Debatte „am eigentlichen Problem vorbei“. Entscheidend sei nicht, wie lange Menschen arbeiten müssten, sondern ob sie überhaupt gesund bis zur Pension arbeiten könnten, argumentiert der ÖGB. Besonders für Menschen in körperlich belastenden Berufen würde eine Anhebung zusätzliche Härten bedeuten.

Die Industriellenvereinigung begrüßte hingegen die Position der Neos. Aus Sicht der Wirtschaft ist eine Diskussion über das Pensionsalter regelmäßig Teil der Frage, wie das System langfristig finanzierbar bleiben kann. Genau an diesem Punkt prallen in Österreich seit Jahren die Standpunkte von Arbeitgebern, Liberalen und Sozialpartnern auf jene von Gewerkschaft und Teilen der Politik.

In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Männer derzeit bei 65 Jahren, für Frauen steigt es schrittweise an und wird erst 2033 ebenfalls bei 65 liegen. Jede Debatte über eine weitere Anhebung hat daher nicht nur finanzielle, sondern auch arbeitsmarkt- und sozialpolitische Folgen. Besonders betroffen wären Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und jenen Tätigkeiten, die bis ins höhere Alter körperlich schwer zu bewältigen sind.

Die Neos positionieren sich mit ihrem Vorstoß erneut als Partei, die bei den Pensionen stärker auf strukturelle Reformen drängt. Für den ÖGB bleibt dagegen entscheidend, dass vor allem die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit am Arbeitsplatz verbessert werden, statt das Pensionsalter anzuheben.

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