Im Streit um den Schutz eines Schafs im Kärntner Gailtal hat ein Amtsarzt das umstrittene „Netz gegen Wölfe“ offenbar entfernt. Die von Rudolf Schaubach entwickelte Vorrichtung war erst vor wenigen Tagen an dem Mutterschaf „Ananas“ getestet worden und hatte weit über Kärnten hinaus für Diskussionen gesorgt.
Der Fall hatte schnell Aufmerksamkeit erregt, weil das Tier damit nach Schaubachs Darstellung gegen Wolfsangriffe gesichert werden sollte. Nun war die Behörde vor Ort und zog das Netz wieder ab. Der Auslöser liegt damit weiter in einer offenen Grundsatzfrage: Wie lassen sich Weidetiere in Regionen mit Wolfspräsenz schützen, ohne unverhältnismäßig in die Tierhaltung einzugreifen?
„Ananas“ stammt aus dem Gailtal, wo das Thema Wolf seit Längerem polarisiert. In den vergangenen Jahren haben sich die Debatten um Herdenschutz, Zäune, Behördengenehmigungen und den Umgang mit problematischen Beutegreifern in mehreren Bundesländern zugespitzt. Kärnten zählt dabei zu jenen Regionen, in denen Weidetierhalter besonders auf praktikable Schutzmaßnahmen pochen.
Die Entfernung des Netzes dürfte die Auseinandersetzung nun weiter anheizen. Denn während Landwirte und Tierhalter nach alltagstauglichen Lösungen suchen, verweisen Behörden auf geltende Vorschriften und auf die Frage, ob eingesetzte Konstruktionen rechtlich und tierschutzrechtlich zulässig sind. Gerade bei unkonventionellen Ideen entscheidet am Ende oft die behördliche Bewertung darüber, ob sie in der Praxis bestehen können.
Rudolf Schaubachs Erfindung war erst durch den Einsatz bei „Ananas“ bekannt geworden. Dass nun ausgerechnet der Amtsarzt das Netz wieder entfernt hat, dürfte für den Erfinder wie für viele Beobachter im Land als Rückschlag gelten. Zugleich zeigt der Fall, wie sensibel das Thema Wolf in Österreich bleibt – zwischen Schutzinteressen der Landwirtschaft, rechtlichen Vorgaben und der Suche nach Lösungen, die rasch funktionieren.









