Nach 17 Jahren Verzögerungen, Konflikten und Pannen steht das Lueger-Denkmal an der Wiener Ringstraße wieder. Die Statue des früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger wurde nun um 3,5 Grad geneigt aufgestellt. Die Stadt will damit den Umgang mit der historisch belasteten Figur sichtbar machen.
Die Maßnahme ist Teil einer seit Jahren geführten Debatte über Lueger, der die Wiener Stadtpolitik geprägt, aber auch durch antisemitische Positionen massiv polarisiert hat. Das Denkmal bleibt an Ort und Stelle, wird durch die Schrägstellung aber als Mahnmal lesbar gemacht. Der Eingriff soll die ursprüngliche Monumentalität brechen und den Blick auf Luegers Rolle in der Geschichte verändern.
Die Arbeiten an dem Denkmal ziehen sich bereits seit rund eineinhalb Jahrzehnten hin. Immer wieder kam es zu politischen und inhaltlichen Auseinandersetzungen über den richtigen Umgang mit dem Monument. Nun ist die Neuaufstellung zwar vollzogen, beendet ist der Streit aber nicht. Schon die angeführten Kosten von 776.000 Euro werden nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts nicht die Endsumme bleiben.
Der Standort an der Ringstraße macht das Denkmal weiterhin gut sichtbar. Gerade deshalb dürfte die Neigung des Sockels und der Figur auch künftig Diskussionen auslösen: über Erinnerungskultur, über die Sichtbarkeit antisemitischer Traditionslinien und über die Frage, wie Wien mit den eigenen historischen Belastungen im öffentlichen Raum umgehen soll.









