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Kunst trifft auf das legendäre Scherbenzimmer von Schloss Loosdorf

Redaktionelle Szene zum Thema „Kunst trifft auf das legendäre Scherbenzimmer von Schloss Loosdorf“

Im Scherbenzimmer von Schloss Loosdorf im Bezirk Mistelbach wird ab kommendem Samstag zeitgenössische Kunst mit Restaurierung und Forschung zusammengebracht. Die Ausstellung nimmt die zerstörte Porzellansammlung des Schlosses im Weinviertel als Ausgangspunkt und läuft bis Mitte September 2026.

Im Zentrum steht die sogenannte „Broken Collection“: tausende Fragmente von Vasen, Tellern, Krügen und Trinkgefäßen aus Japan, China und Europa, die vom 17. bis ins 19. Jahrhundert entstanden sind. Das historische Ensemble wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von plündernden Soldaten der Sowjetarmee zerstört, wie der heutige Besitzer des Schlosses, Gabriel Piatty, erklärt.

Nach dem Abzug der Soldaten habe Ferdinand Piatty das gesamte Schlossgelände akribisch nach Splittern und Teilen abgesucht. Auch die zerschnittenen Stofftapeten im Scherbenzimmer gelten als Zeugnisse der Plünderung. Sie seien auf der Suche nach Wertgegenständen aufgeschnitten worden, hinter den Stoffbahnen hätten die Soldaten Geld vermutet, heißt es aus dem Schloss.

Die Schau ist Teil des vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsprojekts „Broken Collection“, das seit 2022 von der Universität für angewandte Kunst Wien gemeinsam mit Schloss Loosdorf getragen wird. Unter der Leitung von Gabriela Krist und Paul Schubert wurden die Bestände dokumentiert, katalogisiert und gesichert. Restauratorinnen und Restauratoren rekonstruierten und konservierten zudem Fragmente sowie historische Raumausstattungen wie Holzpaneele und textile Wandbespannungen.

Kuratiert wird die Ausstellung von Christina Stadlbauer. Gezeigt werden Arbeiten von 14 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Anne-Helen Mydland, Anne Xiridakis, Aureline Caltagirone, Bettina Zorn, Felix Schwentner, Graciela Faffelberger, Julia Geiszler, Julia Knappitsch, Laura Isselhorst, Lohan Blois, Lucie David, Sascha Zaitseva, Christina Stadlbauer und Soah Kim.

Die Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit Fragmentierung, Erinnerung, Materialität und Wiederherstellung auseinander. Für das Schloss Loosdorf wird das Scherbenzimmer damit nicht nur als historischer Ort gelesen, sondern auch als Ausgangspunkt für neue Zugänge zu kulturellem Erbe und dessen Bewahrung.

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