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Kühler bauen: Welche Lehren Österreich aus Afrika und Indien ziehen kann

Redaktionelle Szene zum Thema „Kühler bauen: Welche Lehren Österreich aus Afrika und Indien ziehen kann“

Steigende Temperaturen und immer häufigere Hitzetage rücken die Frage nach klimaangepasstem Bauen auch in Österreich in den Vordergrund. Der Architekt Gerhard Kopeinig verweist dabei auf traditionelle Bauweisen aus Afrika und Indien, die ohne Klimaanlage für angenehmere Innenräume sorgen können.

Im Zentrum stehen dabei einfache, aber wirksame Prinzipien: Schatten, natürliche Durchlüftung, dicke Wände, kleine Öffnungen an den richtigen Stellen und Materialien, die Wärme nicht sofort ins Gebäudeinnere weiterleiten. Solche Lösungen sind in Regionen mit extremer Hitze seit Langem erprobt und gewinnen in Mitteleuropa an Bedeutung, weil klassische Kühlsysteme nicht nur Energie verbrauchen, sondern Gebäude im Betrieb auch abhängiger von Technik machen.

Traditionelles Wissen als Antwort auf neue Hitzebelastung

Für Österreich ist das Thema vor allem im Städtebau und bei der Sanierung bestehender Gebäude relevant. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und schlecht beschattete Wohnräume verstärken in Hitzeperioden den Wärmestau. Architektur, die auf passive Kühlung setzt, kann hier einen Teil der Last abfedern, bevor technische Anlagen nötig werden.

Kopeinigs Hinweis auf Bautraditionen aus Afrika und Indien passt zu einer Entwicklung, die auch im europäischen Bausektor breiter diskutiert wird: Planerinnen und Planer suchen nach Konzepten, die den Energiebedarf senken und Gebäude zugleich gegen extreme Sommertemperaturen wappnen. Dazu zählen etwa durchdachte Grundrisse, Verschattung durch vorgelagerte Bauteile, luftige Innenhöfe oder die gezielte Nutzung von Querlüftung.

Gerade in Österreich, wo Hitzetage in vielen Regionen zugenommen haben, wird damit eine Frage drängender: Wie lassen sich Wohnungen und Büros so bauen oder umbauen, dass sie auch ohne permanente Klimaanlage nutzbar bleiben? Die Antwort liegt oft weniger in Hightech als in Bauprinzipien, die in heißen Klimazonen seit Generationen selbstverständlich sind.

Für Neubauten wie für Sanierungen könnte das bedeuten, alte Konstruktionen nicht als Rückschritt, sondern als Reservoir praktikabler Lösungen zu verstehen. Wo Materialwahl, Orientierung und Verschattung zusammenwirken, lassen sich Innenräume auch bei Hitze deutlich stabiler halten. Genau darin liegt der Reiz jener Bautraditionen, auf die Kopeinig verweist.

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