Jürgen Klopp ist am Freitag als neuer Teamchef der deutschen Nationalmannschaft präsentiert worden. Der 59-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2030 und stellte sich bei seiner ersten Pressekonferenz in Frankfurt einer kritischen Öffentlichkeit, die nach dem WM-Desaster und dem Rücktritt von Julian Nagelsmann auf einen Neustart blickt.
Klopp sprach von einer „großen Ehre“ und sagte, er habe die Trainerarbeit in den vergangenen zwei Jahren vermisst. Der frühere Liverpool-Coach kündigte an, sich nicht nur um die A-Nationalmannschaft kümmern zu wollen. „Wir wollen jeden Stein umdrehen“, sagte er mit Blick auf die Strukturen im deutschen Fußball. Die aktuelle Mannschaft sei „alles andere als schlecht, aber definitiv verbesserungswürdig“.
Besonders deutlich wurde Klopp bei der Frage nach dem Umgang mit der Öffentlichkeit. Er habe gesehen, was mit Nagelsmann in den Medien passiert sei, sagte der 59-Jährige. Falls sich Kritiker „danebenbenehmen“ und seine Familie nicht in Ruhe ließen, sei er „weg“. Damit setzte Klopp gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine klare Grenze gegenüber Medien und Umfeld.
Der DFB setzt mit der Verpflichtung auf eine der bekanntesten Figuren des internationalen Fußballs. Klopp soll nicht nur die Nationalmannschaft sportlich stabilisieren, sondern auch die Ansprüche an Spielweise und Außendarstellung neu definieren. Er sprach davon, einen Fußball spielen zu wollen, „der allen gefällt“, und verwies zugleich darauf, dass Erfolg nicht von heute auf morgen komme.
Die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch. Nach dem Rücktritt Nagelsmanns hatte es rasch Spekulationen über die Nachfolge gegeben, Klopp galt aber früh als Wunschlösung des Verbandes um Präsident Bernd Neuendorf. Mit der offiziellen Präsentation beginnt nun eine Phase, in der der DFB nicht nur sportlich liefern muss, sondern auch Ruhe rund um die Mannschaft herstellen will.









