Nach drei tödlichen Unfällen mit Mitarbeitern binnen knapp zwei Jahren rüsten die Asfinag und der ÖAMTC ihre Einsatzfahrzeuge mit einem neuen Warnsystem aus. Eine KI-gestützte Kamera soll herannahende Fahrzeuge erkennen und die Arbeiter auf Autobahnen und Schnellstraßen früher vor Gefahren warnen.
Das System mit dem Namen CollisionEye wird direkt an den Fahrzeugen montiert. Es überwacht den Bereich hinter dem Einsatzfahrzeug und schlägt Alarm, wenn sich ein Auto oder Lastwagen mit zu geringer Distanz nähert. Damit sollen jene Minuten entschärft werden, in denen Arbeiter bei Absicherungs- oder Wartungsarbeiten besonders verwundbar sind.
Hintergrund der Umrüstung ist die Unfallserie der vergangenen Monate. Gerade auf hochrangigen Straßen kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Verkehrsteilnehmer zu spät bremsen oder Warnhinweise übersehen. Für die betroffenen Einsatzkräfte zählt daher jede zusätzliche Schutzschicht.
Mehr Schutz für Fahrbahndienste und Pannenhilfe
Die Asfinag setzt das Warnsystem für ihre eigenen Fahrbahn- und Sicherungsdienste ein, der ÖAMTC will damit seine Einsatzfahrzeuge bei der Pannenhilfe und Absicherung ausstatten. Die Technik soll nicht eingreifen, sondern rechtzeitig warnen, damit Mitarbeiter schneller reagieren und sich aus der Gefahrenzone bringen können.
Mit der Einführung reagiert Österreichs Autobahnbetreiber auf ein Problem, das seit Jahren bekannt ist: Wer auf der Autobahn arbeitet oder im Pannenfall am Rand der Fahrbahn steht, ist trotz Absicherung einem hohen Risiko ausgesetzt. Besonders bei dichtem Verkehr, schlechter Sicht oder zu hoher Geschwindigkeit bleibt oft nur wenig Zeit für eine Reaktion.
Die neue Kamera soll genau dort ansetzen. Sie ergänzt die klassische Absicherung mit Warnlicht, Pylonen und Einsatzfahrzeugen um eine digitale Frühwarnung. Ziel ist, die Zahl schwerer Unfälle bei Arbeiten am hochrangigen Straßennetz zu senken und das Risiko für die Einsatzkräfte spürbar zu verringern.









