Der Vorarlberger Energieversorger illwerke vkw hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 159 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind 108 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, als der Gewinn nach Steuern noch bei 267 Millionen Euro lag. Der Rückgang beträgt damit mehr als 40 Prozent.
Von dem Überschuss gehen 97 Millionen Euro an das Land Vorarlberg als Eigentümer. Im Jahr davor hatte das Land 95 Millionen Euro erhalten. Trotz des kräftigen Gewinnrückgangs bleibt die Ausschüttung damit auf hohem Niveau.
Als Gründe nannte das Unternehmen eine Kombination aus niedriger Wasserführung, gestiegenen Instandhaltungskosten und dem Energiekrisenbeitrag Strom. Vor allem die Wasserkraftproduktion litt unter den schwächeren Bedingungen. Vorstandschef Christof Germann sagte bei der Präsentation, die Auswirkungen seien heuer bisher stärker als im Vorjahr; das Unternehmen liege bei der Erzeugung rund 30 Prozent zurück.
illwerke vkw erwirtschaftet den Großteil seiner Erlöse aus dem Geschäft mit Wasserkraft auf dem deutschen Markt. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung im Land: Laut einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica löst der Konzern jährlich eine direkte, indirekte und induzierte Bruttowertschöpfung von rund 780 Millionen Euro in Vorarlberg aus. Zudem werden demnach 2.957 Arbeitsplätze im Land mitgetragen.
Große Investitionen in Kraftwerke, Netze und Wärme
Für 2026 plant illwerke vkw ein Baubudget von rund 400 Millionen Euro. Investiert werden soll in Generalerneuerungen von Kraftwerksanlagen, in die Netzinfrastruktur sowie in den Ausbau von Glasfaser und Nahwärme. Für das Projekt Nahwärme Bludenz-Bürs hat der Aufsichtsrat bereits den Baubeschluss gefasst, der Baustart soll Ende des Sommers erfolgen.
Auch beim geplanten Pumpspeicherkraftwerk Lünerseewerk II geht das Vorhaben voran. Ende Juli soll die Einreichung für die Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen. Das Projekt soll bestehende Infrastruktur der Werksgruppe Obere Ill-Lünersee nutzen und nach Angaben des Unternehmens künftig einen Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems leisten.
Vor dem Hintergrund des Ausbaus erneuerbarer Energien setzt der Versorger auf zusätzliche Speicherkapazitäten. Pumpspeicher gelten als wichtig, um schwankende Einspeisung aus Windkraft und Photovoltaik auszugleichen und Strom flexibel bereitzustellen.









