Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Gutachten sieht für Linzer Flughafen nur Minimalwert

Redaktionelle Szene zum Thema „Gutachten sieht für Linzer Flughafen nur Minimalwert“

Der Linzer Flughafen ist laut einem im Auftrag der Stadt erstellten Gutachten nur wenig wert. Für die Anteile wird ein Liquidationswert von 2 bis 4 Millionen Euro genannt; nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) fällt die Bewertung sogar negativ aus. In der Einschätzung sind die Kosten für eine nötige Pistensanierung ebenso wenig enthalten wie mögliche Schadenersatzforderungen wegen verunreinigter Brunnen.

Hintergrund ist die Absicht der Stadt Linz, ihre Beteiligung am Flughafen verkaufen zu wollen. Das Land Oberösterreich hat dabei ein Vorkaufsrecht. Für die Bewertung der Anteile ist das Gutachten damit ein zentrales Dokument, weil es den möglichen Preisrahmen deutlich nach unten zieht.

Der Flughafen gilt seit längerem als krisenbelastet. Die nun bekanntgewordene Bewertung verstärkt den Druck auf die Eigentümerfragen rund um den Standort. Besonders relevant ist dabei, dass nicht nur der aktuelle Geschäftswert, sondern auch offene Risiken in die Überlegungen einfließen müssten: Die Sanierung der Piste steht ebenso im Raum wie mögliche rechtliche Folgen aus den Brunnen-Vorwürfen.

Das DCF-Verfahren wird bei Unternehmensbewertungen häufig herangezogen, weil es künftige Zahlungsströme einpreist. Fällt das Ergebnis negativ aus, spricht das in der Regel für eine schwache wirtschaftliche Perspektive. Beim Linzer Flughafen unterstreicht das die schwierige Lage des Unternehmens und macht eine Einigung zwischen den Eigentümern nicht einfacher.

Für die Stadt Linz geht es damit nicht nur um den Verkaufserlös, sondern auch um die Frage, wie mit einem defizitären Beteiligungsunternehmen verfahren wird. Das Vorkaufsrecht des Landes Oberösterreich verschafft zudem dem Land eine starke Position in den weiteren Gesprächen über die Zukunft des Flughafens.

Diesen Artikel teilen