Der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Johann Fuchs, hat im Pilnacek-U-Ausschuss eine enge persönliche Rolle in der Beziehung zu dem früheren Justiz-Sektionschef zurückgewiesen. Er habe sich nicht als dessen „Anstandswauwau“ gesehen, sagte Fuchs am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss. Die Verbindung zu Christian Pilnacek sei nach Fuchs’ Darstellung vielmehr eine „berufliche Freundschaft“ gewesen.
Fuchs galt über Jahre als Vertrauter Pilnaceks, der bis zu seiner Suspendierung 2021 als einflussreichster Beamter im Justizressort galt. Pilnacek wurde im Oktober 2023 tot aufgefunden. Im Ausschuss stand nun auch die Frage im Raum, wie nah die beiden Männer einander beruflich und persönlich gewesen waren und wie sich ihr Kontakt nach der Suspendierung entwickelte.
Nach den Angaben von Fuchs sei der Kontakt nach Pilnaceks Suspendierung abgeflaut. Damit widersprach er dem Bild eines dauerhaften engen Begleiters oder Garanten, wie es die Wortwahl „Anstandswauwau“ nahegelegt hätte. Fuchs wies diese Charakterisierung ausdrücklich zurück.
Der Auftritt des Leiters der Wiener Oberstaatsanwaltschaft fügt sich in die laufende politische und juristische Aufarbeitung rund um Pilnacek ein. Der frühere Sektionschef hatte über Jahre großen Einfluss auf die Justizverwaltung, seine Suspendierung und sein Tod haben die Debatte über Machtstrukturen im Ressort weiter angeheizt. Der Untersuchungsausschuss versucht seither, Rollen, Kontakte und mögliche Einflussnahmen zu klären.
Für den aktuellen Termin war Fuchs als Zeuge geladen. Seine Aussagen betreffen damit nicht nur die persönliche Beziehung zu Pilnacek, sondern auch die Frage, wie eng führende Justizbeamte untereinander vernetzt waren und welche Bedeutung dieser Austausch im Umfeld der Affäre hatte.









