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FPÖ feiert 70 Jahre mit Volksfest am Stephansplatz und zeigt wenig Abstand zur eigenen Vergangenheit

Redaktionelle Szene zum Thema „FPÖ feiert 70 Jahre mit Volksfest am Stephansplatz und zeigt wenig Abstand zur eigenen Vergangenheit“

Die FPÖ begeht ihr 70-jähriges Bestehen am Samstag mit einem „Volksfest“ am Stephansplatz in Wien und setzt dabei bewusst auf Selbstinszenierung statt auf Distanz zur eigenen Geschichte. Jubiläumslogo, Festakt in der Hofburg und Wahlkampf-Rhetorik prägen den Auftritt, mit dem sich die Partei nach außen geschlossen präsentiert.

Der historische Bogen reicht von der Gründung 1956 über die Jahre unter Jörg Haider bis zur heutigen Führung um Herbert Kickl. Gerade diese Linie nutzt die Partei für ihre Darstellung als politische Bewegung mit langer Kontinuität. Kritik an Brüchen, Skandalen und Machtkämpfen innerhalb der Freiheitlichen tritt dabei in den Hintergrund.

Der Stephansplatz ist für die FPÖ kein zufälliger Ort. Schon in der Vergangenheit hat die Partei dort Veranstaltungen abgehalten und den zentralen Platz im Herzen Wiens als Bühne für ihre politische Selbstdarstellung genutzt. Dass sie nun ausgerechnet dort ihr Jubiläum feiert, unterstreicht den Anspruch, Präsenz und Stärke im öffentlichen Raum zu demonstrieren.

Inhaltlich bleibt die FPÖ ihrer bekannten Erzählung treu: Sie stellt sich als Opfer politischer Ausgrenzung dar und betont zugleich ihre Verankerung in der Bevölkerung. Dass die Partei mit einem „Remigrationssong“ und einer stark auf Symbolik angelegten Inszenierung auftritt, fügt sich in diese Strategie ein. Die Botschaft lautet nicht Erinnerung an Konflikte, sondern Geschlossenheit und Mobilisierung.

Politisch kommt das Fest in einer Phase, in der die Freiheitlichen auf einem hohen Umfrage- und Machtniveau agieren. Kickl wird dabei als Erbe einer Parteigeschichte inszeniert, die nach innen Identität stiften und nach außen Stärke vermitteln soll. Die belastete Vergangenheit der FPÖ – von Spaltungen bis zu Skandalen – bleibt in dieser Darstellung weitgehend ausgespart.

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