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Baumit-Chef will mehr Güter auf die Schiene bringen – doch die Strecke im Piestingtal bleibt ein Engpass

Redaktionelle Szene zum Thema „Baumit-Chef will mehr Güter auf die Schiene bringen – doch die Strecke im Piestingtal bleibt ein Engpass“

Baumit-Chef Robert Schmid würde den täglichen Baustoffverkehr im Piestingtal in Niederösterreich gern von der Straße auf die Schiene verlagern. Rund 250 Lkw pro Tag rollen dort nach Angaben des Unternehmens, der Gütertransport ist damit stark vom Straßenverkehr abhängig. Die Verlagerung scheitert Schmid zufolge vor allem an der unzureichenden Bahninfrastruktur.

Für Baumit, einen der größeren Baustoffhersteller im Land, ist das Thema auch eine Frage der Logistik und der Belastung für die Region. Wo täglich schwere Transporte unterwegs sind, steigt der Druck auf Straßen, Anrainer und Gemeinden. Gerade bei massenhaften Schüttgut- und Baustofflieferungen gilt die Bahn in Österreich grundsätzlich als naheliegende Alternative, wenn die Anbindung passt.

Schiene als Alternative – aber nicht überall nutzbar

Im Fall des Piestingtals stößt dieser Plan an technische und organisatorische Grenzen. Der zentrale Punkt: Nicht jedes Werk, nicht jeder Umschlagplatz und nicht jede Strecke ist für regelmäßige Schwertransporte per Bahn ausgestattet. Für den Güterverkehr braucht es passende Gleisanschlüsse, genügend Kapazität, verlässliche Trassen und eine Infrastruktur, die auch im täglichen Betrieb funktioniert. Fehlt davon ein Teil, bleibt der Lkw oft die schnellere und flexiblere Lösung.

Österreich steht mit solchen Problemen nicht allein da. Der Güterverkehr auf der Schiene wird seit Jahren politisch gefordert, weil er Emissionen und Straßenbelastung senken kann. In der Praxis entscheiden aber oft Kosten, Umwege und die Verfügbarkeit von Anschlüssen darüber, ob ein Transport tatsächlich verlagert werden kann. Gerade bei Baustoffen, die in großen Mengen und häufig mit relativ kurzen Vorlaufzeiten bewegt werden, ist die Konkurrenz zur Straße besonders hart.

Belastung für Region und Verkehrssystem

Die Zahl von 250 Lkw pro Tag zeigt, welche Dimension der Transport für das Piestingtal hat. Für die Region bedeutet das nicht nur mehr Verkehr, sondern auch Lärm, Abgase und zusätzliche Belastung für die Infrastruktur. Gleichzeitig ist für Unternehmen die Versorgungssicherheit entscheidend: Baustoffe müssen planbar und in der richtigen Menge ankommen, sonst gerät die gesamte Lieferkette ins Stocken.

Baumit stellt damit ein Grundproblem des österreichischen Güterverkehrs in den Fokus: Der politische Wille zur Verlagerung auf die Schiene ist vorhanden, die praktischen Voraussetzungen sind es vielerorts nicht. Solange Bahninfrastruktur, Anschlüsse und Kapazitäten nicht mit den Anforderungen der Industrie Schritt halten, bleibt der Lkw auf vielen Relationen alternativlos.

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