David Affengruber und Michael Svoboda gehören im ÖFB-Team derzeit zu jenen Spielern, die für einen Platz in der Startelf vor der WM als Außenseiter gelten. Beim Medientermin in Santa Barbara gaben sich die beiden Innenverteidiger dennoch betont zurückhaltend – und machten zugleich klar, dass sie die Chance auf Einsätze nicht abgeschrieben haben.
Der 24-jährige Affengruber und der 27-jährige Svoboda sitzen im Trainingslager nebeneinander, wirken ähnlich groß, ähnlich kräftig und treten auch sonst als ähnlicher Spielertyp auf: beide sind Innenverteidiger, beide bringen physische Präsenz mit. Auf die Frage nach persönlichen Zielen vor dem Turnier wichen beide zunächst aus und stellten den Mannschaftsgedanken in den Vordergrund. Affengruber verwies darauf, dass gute Spiele, ein funktionierendes Team und die Umsetzung der gemeinsamen Pläne entscheidend seien, damit die WM gelinge. Svoboda betonte, im Fußball stehe immer die Mannschaft im Vordergrund; man versuche, alles für das Team zu tun.
Erst auf erneutes Nachhaken wurde deutlicher, dass auch persönliche Ambitionen eine Rolle spielen. Affengruber sagte, es gebe immer persönliche Ziele, entscheidend sei aber, dass niemand sich herausnehme und alle für die Mannschaft arbeiteten. Die vorsichtige Wortwahl ist kein Zufall. Im Nationalteam und erst recht im WM-Umfeld, wo jede Aussage sofort große Aufmerksamkeit bekommt, achten Spieler darauf, keine Angriffsfläche zu bieten.
Für Affengruber und Svoboda ist diese Zurückhaltung auch eine Form der Absicherung. Beide wissen, dass sie im aktuellen Konkurrenzkampf um die Innenverteidigerplätze nicht automatisch gesetzt sind. Gerade deshalb wollten sie vor laufenden Kameras und Mikrofonen nicht offensiv über Startelf-Ambitionen sprechen. Zwischen den Zeilen ist der Wunsch nach Einsätzen dennoch klar erkennbar.
Für Teamchef Ralf Rangnick bietet die Situation eine weitere Option im Abwehrzentrum. Affengruber, zuletzt beim FC Elche engagiert, und Svoboda, der bei Venezia unter Vertrag steht, gelten als robuste Alternativen mit ähnlichem Profil. Ob und wann sie im Turnierverlauf tatsächlich gebraucht werden, hängt wie so oft bei einer WM auch von Form, Belastung und möglichen Ausfällen ab.
Vorläufig bleibt ihre Rolle jene der geduldigen Herausforderer. Nach außen geben sich beide kollektiv, intern dürfte das Ziel dasselbe sein: bereit sein, falls Rangnick sie braucht.









