Bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine sind am Samstag nach den vorliegenden Angaben mindestens 19 Menschen getötet worden. Besonders schwer traf es den russisch besetzten Teil der südukrainischen Region Saporischschja, wo die Besatzungsbehörden elf Tote meldeten, darunter vier Kinder. In der russischen Grenzregion Belgorod wurden nach Angaben aus Moskau zwei Menschen getötet, im besetzten Teil der Region Cherson ein weiterer.
Nach Angaben der Besatzungsbehörden wurde in der Nacht auf Samstag eine touristische Einrichtung in der Siedlung Kyryliwka im Kreis Melitopol angegriffen. 16 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Ukraine griff ihrerseits nach eigenen Angaben Ziele tief im russischen Hinterland an, darunter eine Ölraffinerie in Sibirien. Das unterstreicht die Reichweite des Kriegs, der inzwischen längst nicht mehr nur an der Front, sondern auch weit abseits der Kampfgebiete ausgetragen wird.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, insgesamt 328 Drohnen seien abgefangen worden, unter anderem in der Region Moskau sowie in weiter entfernten Gebieten wie Baschkortostan und der Republik Tschuwaschien. Auch aus Jekaterinburg am Ural wurden Einschläge oder Auswirkungen gemeldet. Russland sprach von einem der größten ukrainischen Drohnenangriffe der vergangenen Monate.
Aus der Ukraine wurden am Samstag ebenfalls Opfer gemeldet. Nach Angaben der Behörden kamen bei einem russischen Angriff auf die Stadt Kirow fünf Menschen ums Leben. Ein zunächst für tot gehaltener Mann sei lebend gefunden worden, weshalb die zuvor genannte Zahl von sechs Toten auf fünf korrigiert worden sei, teilte Gouverneur Alexander Sokolow mit. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
Die neuerlichen Angriffe verdeutlichen die anhaltende Eskalation des Kriegs, der inzwischen regelmäßig sowohl ukrainische Städte als auch russisches Hinterland trifft. Während Kiew versucht, militärische und wirtschaftliche Ziele auf russischem Gebiet unter Druck zu setzen, setzt Moskau seine Attacken gegen ukrainische Regionen fort. Eine politische Perspektive auf eine rasche Deeskalation ist weiter nicht in Sicht.









