Im ORF ist erneut Streit um die Besetzung von Spitzenfunktionen entbrannt. Stiftungsrat Peter Westenthaler kritisiert in einem Brief das laufende Verfahren zur Auswahl von 13 Führungspositionen und spricht von einer „Geheimsache“. Auslöser ist die Art und Weise, wie die Posten im öffentlich-rechtlichen Sender vergeben werden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie transparent die Auswahl der künftigen ORF-Spitze tatsächlich abläuft. Westenthaler macht seinem Ärger über die „Wahl“ in dem Schreiben Luft und wirft dem Verfahren mangelnde Offenheit vor. Dass im ORF derzeit 13 Spitzenjobs neu besetzt werden, ist Teil eines größeren personellen Umbruchs im Haus.
Wahl ohne offene Debatte
Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Eindruck, dass über zentrale Personalentscheidungen vorab nur wenig nach außen dringt. Gerade bei einem Sender wie dem ORF, der aus Gebühren finanziert wird und eine besondere öffentliche Verantwortung trägt, gelten Besetzungen in der Führungsebene als politisch sensibel. Das Verfahren ist deshalb regelmäßig auch Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzungen.
Westenthaler gehört selbst dem Stiftungsrat an, dem wichtigsten Aufsichtsgremium des ORF. Seine Wortwahl legt nahe, dass er nicht nur das Ergebnis einzelner Personalentscheidungen, sondern auch den Ablauf des Auswahlprozesses infrage stellt. Die Debatte fällt in eine Phase, in der der ORF seine Führungsstruktur neu ordnet und die Machtverhältnisse im Haus neu austariert werden.
13 Posten, hohe politische Brisanz
Bei den ausgeschriebenen Positionen geht es um Schlüsselstellen, die für Programm, Organisation und strategische Ausrichtung des Senders entscheidend sind. Solche Posten sind im ORF seit Jahren regelmäßig Gegenstand von parteipolitischem Ringen, weil der Stiftungsrat bei der Bestellung eine zentrale Rolle spielt. Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt erneut, wie heikel der Balanceakt zwischen formaler Auswahl und politischem Einfluss bleibt.
Der Streit dürfte die Debatte über die Governance des ORF weiter anheizen. Denn je weniger nachvollziehbar der Auswahlprozess wahrgenommen wird, desto stärker wächst der Druck auf den Sender, seine Personalentscheidungen transparent und nachvollziehbar zu begründen.









