In der Debatte um die Wehrdienst-Reform hat Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) eine zentrale Linie seiner Partei infrage gestellt. Im Ö1-Mittagsjournal sprach sich Fellner gegen verpflichtende Übungen oder Schulungen für Zivildiener aus und stellte damit das von der SPÖ mitgetragene Modell „9+2“ offen in Frage.
„Die Sinnhaftigkeit hat sich mir noch nicht erschlossen“, sagte Fellner demnach über den Vorschlag, auch Zivildiener nach ihrer Ausbildung zu weiteren Übungen heranzuziehen. Stattdessen plädierte er dafür, freiwilliges Engagement stärker zu honorieren. Wer etwa über Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sei, solle seiner Ansicht nach mit einem verkürzten Grundwehrdienst belohnt werden.
SPÖ und ÖVP suchen Kompromiss
Die SPÖ hatte sich zuletzt für ein „6+2“-Modell beim Wehrdienst und für verpflichtende Übungen beim Zivildienst ausgesprochen. Fellner äußerte nun den Eindruck, dass sich SPÖ und ÖVP bei der Ausgestaltung des Grundwehrdiensts auf eine funktionierende Lösung einigen könnten. Ein längerer Zivildienst würde aus seiner Sicht zudem jene Organisationen entlasten, die auf Zivildiener angewiesen sind.
Übungen für Zivildiener hält Fellner dennoch nicht für sinnvoll. Im Katastrophenfall werde zumeist auf ehrenamtliche Strukturen gesetzt, sagte er. Hier zusätzlich mit Zivildienern zu arbeiten, sei für ihn nicht zielgerichtet.
Sein eigener Vorschlag setzt daher auf Anreize für Freiwilligenarbeit: Wer bereits mehrere Jahre bei einer Freiwilligen Feuerwehr gedient habe, könnte demnach beim Grundwehrdienst um einige Wochen entlastet werden. Damit rückt Fellner von der parteiintern diskutierten Pflichtlösung ab und setzt auf ein Modell mit Belohnung statt zusätzlicher Verpflichtungen.









