Vor der von der Regierung erwarteten Präsentation der Wehrdienstreform am 27. Juli haben sich die Militärverbände erneut für eine Verlängerung des Zivildienstes ausgesprochen. Nach Ansicht der Verbände sollte der Zivildienst an die Änderungen beim Wehrdienst angepasst werden.
Mit dem Vorstoß bringen die Wehrverbände wenige Tage vor der geplanten Präsentation noch einmal eine sicherheitspolitische Dimension in die Debatte um den Pflichtdienst ein. Der Zivildienst ist in Österreich eng mit dem Wehrsystem verknüpft: Wer den Präsenzdienst aus Gewissensgründen verweigert, leistet ihn in anderer Form ab.
Die Reform des Wehrdienstes wird seit Längerem politisch diskutiert. Im Zentrum stehen Fragen der Ausgestaltung, der Ausbildungsdauer und der Frage, wie der Wehrdienst angesichts neuer Anforderungen des Bundesheeres organisiert werden soll. Der Ruf nach einer längeren Zivildienstzeit zeigt, dass die Neuregelung nicht nur das Militär selbst betrifft, sondern auch Bereiche wie Rettung, Pflege und soziale Dienste, in denen Zivildiener eingesetzt werden.
Für die Bundesregierung kommt der erneute Appell der Militärverbände kurz vor einem politisch sensiblen Termin. Mit der für 27. Juli erwarteten Präsentation der Reform dürfte die Koalition einen ersten Rahmen für ihre Pläne vorlegen. Die Forderung der Verbände erhöht den Druck, auch die Folgen für das Zivildienstsystem mitzudenken.









