Die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran wächst. In der inzwischen siebenten Angriffsnacht in Folge griffen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und weitere militärische Infrastruktur an. Iranische Medien meldeten dagegen erneut Attacken auf zivile Infrastruktur. Teheran reagierte mit Vergeltungsschlägen.
Besonders betroffen waren erneut die Golf-Staaten Kuwait und Bahrain, die laut den vorliegenden Berichten unter Beschuss gerieten. Zudem gab es Meldungen über Explosionen in Saudi-Arabien und in Jordanien. Alle vier Länder beherbergen US-Militärstützpunkte und sind damit in den Konflikt indirekt mit eingebunden.
Das US-Militär machte zunächst keine Angaben dazu, wo genau die Angriffe erfolgten. Der iranische Staatssender IRIB berichtete von Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie in der Küstenstadt Bandar Abbas. Die Nachrichtenagentur Fars meldete zudem erneute Angriffe auf Brücken in der Provinz Hormuzgan im Süden des Landes. Der regierungstreue Sender Press TV sprach von mindestens drei getöteten Zivilisten und acht Verletzten.
Nach Angaben des Pressedienstes der Regierung ist wegen der jüngsten US-Angriffe die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen im Iran unterbrochen. Als Grund wurde die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Jask genannt.
Die Eskalation hat auch unmittelbare Folgen für die Schifffahrt. Nach Angaben aus dem Umfeld des Konflikts gibt es in der Straße von Hormus inzwischen kaum noch Schiffsverkehr. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gilt als eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Eine Ausweitung der Kämpfe auf diese Engstelle hätte deshalb nicht nur für die Region, sondern auch für den internationalen Energiemarkt Folgen.
Ein Experte warnte vor der Gefahr eines „totalen Kriegs“. Vor allem die wiederholten Angriffe auf Infrastruktur, die Nähe zu US-Stützpunkten in mehreren Golfstaaten und die Angriffe auf den Seeverkehr erhöhen das Risiko, dass der Konflikt weiter außer Kontrolle gerät.









