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Neue Recherchen belasten frühe FPÖ-Führung mit NS-Vergangenheit

Redaktionelle Szene zum Thema „Neue Recherchen belasten frühe FPÖ-Führung mit NS-Vergangenheit“

Die Anfangsjahre der FPÖ waren nach einer neuen Recherche offenbar deutlich stärker von ehemaligen Nationalsozialisten geprägt als bisher angenommen. Nach Auswertung einer NS-Kartei und weiterer Unterlagen kommt eine neue Untersuchung zu dem Schluss, dass die Parteispitze in den ersten Jahren der FPÖ ausschließlich aus Altnazis bestanden haben dürfte.

Damit geraten auch bisherige Darstellungen der Parteigeschichte unter Druck. Die Recherchen legen nahe, dass die personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit in der Freiheitlichen Partei nach 1945 enger waren als es offizielle Darstellungen oder frühere Einschätzungen nahegelegt hatten. Für die politische Einordnung ist das brisant, weil die FPÖ ihre Wurzeln stets auch als Teil des österreichischen Nachkriegskonsenses dargestellt hat, zugleich aber seit Jahren immer wieder wegen ihres Umgangs mit der NS-Vergangenheit in der Kritik steht.

Historikerbericht unter Druck

Besonders heikel ist der Befund auch für den Historikerbericht der Partei. Wenn zentrale Positionen in der Frühphase tatsächlich von früheren Nationalsozialisten besetzt waren, wirft das Fragen nach der Auswahl der Quellen und nach möglichen Lücken in der bisherigen Aufarbeitung auf. Der neue Befund dürfte damit die Debatte über die historische Selbstverortung der Freiheitlichen erneut befeuern.

Die FPÖ hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen den Vorwurf gewehrt, in ihren Reihen habe es eine besondere Nähe zu deutschnationalen oder rechtsextremen Traditionen gegeben. Zugleich ist aus der österreichischen Nachkriegsgeschichte bekannt, dass ehemalige NSDAP-Mitglieder und frühere Funktionsträger nach 1945 in verschiedenen Parteien und Verbänden rasch wieder politische Rollen übernahmen. Dass dies nun ausgerechnet für die frühe Führung der FPÖ in so konzentrierter Form belegt sein soll, verleiht der Diskussion neue Schärfe.

Die Recherche reiht sich in eine längere Auseinandersetzung über die NS-Belastung von Parteien und Verbänden in Österreich ein. Für die FPÖ ist sie politisch besonders sensibel, weil Fragen nach Herkunft, Traditionslinien und personeller Kontinuität immer wieder mit aktuellen Debatten über Sprache, Geschichtsbild und Abgrenzung nach rechts verbunden werden.

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