Ein Waldbrand in Andalusien hat nach den vorliegenden Angaben mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet und rund 6.600 Hektar Land zerstört. Das Feuer wütet seit Donnerstag in der Gegend um Los Gallardos und Bédar, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Almería. Nach Behördenangaben werden außerdem 23 Menschen vermisst.
Im Einsatz sind 500 Soldaten und Einsatzkräfte sowie 30 Löschflugzeuge und Hubschrauber. Am Samstagmittag öffnete sich nach Angaben des andalusischen Katastrophenschutzes erstmals ein „Zeitfenster zur Offensive“: Der Wind sei schwach gewesen, die relative Luftfeuchtigkeit habe bei 50 Prozent gelegen. Bisher habe man vor allem versucht, die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen auf weitere Flanken zu verhindern, sagte Regionalminister Antonio Sanz.
Der Bürgermeister der Gemeinde Los Gallardos, Francisco Miguel Reyes, sprach von dem verheerendsten Feuer in der Geschichte Andalusiens. Die Lage war durch die rasante Ausbreitung der Flammen besonders gefährlich: Am Freitag war von einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Metern pro Minute die Rede. Als möglicher Auslöser gilt ein herabgestürztes Stromkabel.
Nach den bisherigen Erkenntnissen dürften die Todesopfer bei der Flucht vor dem Feuer ums Leben gekommen sein – obwohl die Behörden angeordnet hatten, in den Häusern zu bleiben. Vier Menschen seien in einem Auto eingeklemmt gefunden worden, hieß es. Auch der Versuch, über ein ausgetrocknetes Bachbett zu entkommen, dürfte für Opfer tödlich geendet haben.
Die Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte versuchten am Wochenende weiter, eine Ausbreitung auf bewohnte Gebiete zu verhindern. Von den Flammen betroffen sind auch Gemeinden in einer Region, die von der Hitze stark ausgetrocknet war. Unter den Opfern sollen laut den vorliegenden Angaben auch Touristen sein.
Waldbrände gehören in Spanien seit Jahren zu den gravierendsten Folgen von Hitzeperioden und Trockenheit. Die aktuelle Lage in Andalusien zeigt erneut, wie schnell sich Feuer in ausgedörrter Vegetation ausbreiten und binnen kurzer Zeit große Flächen und Menschenleben gefährden können.









